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Replagal® - gegen Morbus Fabry Zur langfristigen Enzymsubstitution für Patienten mit Morbus Fabry kam nach Agalsidase beta (Fabrazyme®) Mitte Oktober in Deutschland auch Agalsidase alfa (Replagal®) von Transkaryotic Therapies TKT in den Handel. Beide Enzympräparate wurden in den ersten Augusttagen von der europäischen Arzneimittelagentur EMEA für Europa zugelassen.
Morbus Fabry ist eine rezessiv vererbte Erkrankung. Bei Patienten mit Morbus Fabry wird das Enzym alpha-Galaktosidase A fehlerhaft oder gar nicht produziert. Dieses Enzym ist am Abbau von Glykosphingolipiden beteiligt und wird auch Ceramid-Trihexosidase genannt. Fehlt es, sammeln sich Stoffwechselzwischenprodukte wie Ceramid-Trihexosid (GL-3) in den Lysosomen an. GL-3 wird überwiegend in der Niere, im Herzen und im Nervensystem angehäuft. Viele Patienten sterben schon in frühen Jahren an Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenversagen. Beide Agalsidase-Produkte ersetzen das den Fabry-Patienten fehlende Enzym. Agalsidase alfa wird gentechnisch in einer menschlichen Zelllinie produziert, damit die Struktur der natürlichen alpha-Galaktosidase A sehr ähnlich und deshalb besser verträglich wird.
Es wurde in zwei Placebo-kontrollierten Doppelblindstudien über sechs Monate bei 40 männlichen Fabry-Patienten getestet. Diesen Studien schlossen sich offene Erweiterungsstudien an. Die Ablagerungen von Glykosphingolipiden gingen in beiden Studien deutlich zurück. In einer Studie mit 25 Patienten nahmen bei allen Studienteilnehmern die Schmerzen signifikant ab, die Glykosphingolipid-Spiegel im Plasma sanken auf die Hälfte, und die Nierenfunktion stabilisierte sich. Nierenproben, die den Patienten später entnommen wurden, zeigten eine signifikante Zunahme normaler Glomeruli. In der zweiten Studie mit 15 Patienten, deren linke Herzkammer vergrößert war, verringerte Agalsidase alfa die Herzmasse und besserte die Pumpkraft des Herzens. Der Nutzen blieb auch in der 12- bis 18-monatigen Erhaltungstherapie bestehen.
Antikörper gegen das Protein traten bei mehr als der Hälfte der Patienten auf; sie scheinen die Wirksamkeit jedoch nicht zu beeinträchtigen. Etwa 10 Prozent der Studienteilnehmer litten an Nebenwirkungen wie Muskelstarre, Fieber, Schmerzen im Brustkorb und Rücken sowie an Beschwerden in Zusammenhang mit der Infusion, unter anderem an Schüttelfrost und Gesichtsrötung.
Die empfohlene Dosis für Agalsidase alfa beträgt 0,2 mg pro kg Körpergewicht in einer 40-minütigen intravenösen Infusion alle 14 Tage. Im Vergleich dazu beträgt die empfohlene Dosis für Fabrazyme® (Agalsidase beta) 1 mg pro kg Körpergewicht; diese wird alle 14 Tage in einer mindestens 2-stündigen Infusion verabreicht. Die höhere Dosierung erklärt sich aus dem anderen Glykosilierungsmuster, da Agalsidase beta in Zellen des Chinesischen Hamsters produziert wird. 
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