Das Dexibuprofen in Deltaran® von Strathmann AG ist das rechtsdrehende, pharmakologisch aktive Enantiomer von Ibuprofen. Es ist zugelassen zur Behandlung von Schmerzen im Bewegungsapparat, bei aktivierter Arthrose und Dysmenorrhö. Wie das Racemat Ibuprofen wirkt auch Dexibuprofen über eine Hemmung der Prostaglandin-Synthese. Übliche Tagesdosen sind 600 bis 900 mg; die maximale Tagesdosis beträgt 1200 mg und bei Dysmenorrhö 900 mg. Die Neben- und Wechselwirkungen entsprechen denen von Ibuprofen und anderen nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR).
In einer doppelblinden randomisierten Studie erhielten 178 Patienten mit Hüftgelenksarthrose 15 Tage lang entweder 600 mg oder 1200 mg Dexibuprofen oder 2400 mg Ibuprofen. 1200 mg Deltaran® wirkten ebenso gut wie 2400 mg Ibuprofen; 600 mg hatten eine deutlich schwächere Wirkung. Die Nebenwirkungsraten waren vergleichbar: 15,2 Prozent der Patienten in der 1200-mg-Gruppe im Vergleich zu 16,9 Prozent der Ibuprofen-Gruppe. Im Vordergrund standen Magen-Darm-Beschwerden. 18 Patienten schieden wegen unerwünschter Wirkungen aus der Studie aus: neun aus der 1200-mg-Dexibuprofen- und vier aus der Ibuprofen-Gruppe.
Eine weitere Studie verlief ebenfalls nur über 15 Tage und verglich Dexibuprofen mit Diclofenac-Natrium. An dieser Studie nahmen 110 Patienten mit Kniegelenksarthrose und starken Schmerzen teil. Dreimal täglich 300 mg Dexibuprofen linderte die Schmerzen ebenso gut wie dreimal 50 mg Diclofenac-Natrium. In dieser Studie brachen 7,3 Prozent die Dexibuprofen-Therapie wegen unerwünschter Wirkungen ab; unter Diclofenac waren es fast doppelt so viele (14,5 Prozent). Auch wenn der Trend zu begrüßen ist, Enantiomeren-reine Wirkstoffe auf den Markt zu bringen: In puncto Verträglichkeit bringt Dexibuprofen keine Vorteile im Vergleich zu seinem racemischen Vorläufer. Außerdem haben die Menschen eine Isomerase, die in der Lage ist, Levoibuprofen in Dexibuprofen zu verwandeln, so dass aus dem Racemat die Wirksubstanz entsteht. |