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Ovitrelle® - ein Sexualhormon

Seit Mitte Oktober 2001 können sich Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch mit einem weiteren gentechnisch hergestellten Gonadotropin behandeln lassen. Ovitrelle® von der Firma Serono enthält rekombinantes humanes Choriongonadotropin-a (r-hCG). Das Hormon wird natürlicherweise während der Schwangerschaft in den Chorionzotten der Gebärmutter gebildet. Als Chorion wird die äußere der beiden Eihäute, die den Fötus umgeben, bezeichnet.

 

Das rekombinant hergestellte Choriongonadotropin hat die gleiche Aminosäurensequenz wie hCG im Urin. Urinäres hCG (u-hCG) wird ebenfalls therapeutisch verwendet und aus Schwangerenurin gewonnen. Eine Durchstechflasche Ovitrelle® enthält 285 µg Choriongonadotropin-a (r-hCG). Das Hormon ist zugelassen für Frauen, die sich einer ovariellen Superstimulation unterziehen möchten. Es fördert die Eireifung, den Eisprung, die Bildung des Corpus luteum und dessen Produktion von Estrogen und Progesteron.

 

In drei vergleichenden Studien war die subkutane Gabe von 250 mg r-hCG (entsprechend etwa 6500 I.E.) ebenso wirksam wie die intramuskuläre Applikation von 5000 I.E. u-hCG. Wichtigstes Vergleichskriterium war jeweils die Zahl der gewonnenen Eizellen. Die Schwangerschaftsrate lag je nach Studie bei 25 bis 33 Prozent, die der Lebendgeburten bei 23 bis 30 Prozent. Es zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Präparaten. Eine Antikörperbildung wurde bislang nicht beobachtet.

 

Die Frauen vertrugen das rekombinant gewonnene Hormon deutlich besser und klagten seltener über Schmerzen und Reaktionen an der Injektionsstelle. Ein ovarielles Überstimulationssyndrom (OHSS) durch Reifung mehrerer Follikel trat in zwei Studien bei 3 bis 7 Prozent der Frauen auf und zwar unabhängig von der Art des eingesetzten Choriongonadotropins. Da sich das OHSS zu einem schweren Krankheitsbild entwickeln kann, sollen vor und während der Stimulationstherapie die Estrogenspiegel gemessen und die ovarielle Entwicklung per Ultraschall überwacht werden.

 


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