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Kineret® - gegen rheumatoide Arthritis Anakinra (Kineret®) ist zur symptomatischen Therapie der rheumatoiden Arthritis bei Patienten zugelassen, die nicht ausreichend auf Methotrexat ansprechen. Die tägliche Dosis beträgt 100 mg; sie wird subkutan injiziert. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollten nicht behandelt werden, da bislang keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen. Kontraindiziert ist das Medikament bei Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen. Die absolute Bioverfügbarkeit nach subkutaner Injektion liegt bei 95 Prozent. Die terminale Halbwertszeit beträgt vier bis sechs Stunden.
Anakinra wird gentechnisch mit Hilfe von Escherichia coli hergestellt. Der Arzneistoff gleicht dem humanen IL-1-Rezeptor-Antagonisten. Die zwei Unterschiede sind: die zusätzliche Aminosäure Methionin und eine fehlende Glykosylierung.
Das Zytokin Interleukin-1 (IL-1) besitzt eine Schlüsselfunktion in der Entstehung der rheumatoiden Arthritis. Als Entzündungsmediator ist es mit für die Zerstörung von Knochen und Knorpel sowie Schwellungen und Schmerzen im Gelenk verantwortlich. Im gesunden Gelenk verhindert ein körpereigener IL-1-Rezeptor-Antagonist, dass IL-1 an den Rezeptor bindet und damit eine Signalkaskade von Entzündungsvorgängen auslöst. Bei der rheumatoiden Arthritis stehen IL-1 und der endogene Rezeptor-Antagonist im Ungleichgewicht, so dass die IL-1-vermittelte Wirkung überwiegt. Die Forscher des US-amerikanischen Biotech-Unternehmens Amgen entwickelten Anakinra als einen rekombinanten IL-1-Rezeptor-Antagonisten. Das gentechnisch hergestellte Protein soll das Gleichgewicht zugunsten des endogenen IL-1-Rezeptor-Antagonisten wieder herstellen.
Die klinische Wirksamkeit von Anakinra wurde in zwei randomisierten placebokontrollierten Doppelblindstudien an 920 Probanden überprüft. Die erste Studie diente der Dosisfindung. 419 Patienten mit aktivierter rheumatoider Arthritis erhielten entweder täglich Anakinra in Dosen von 0,04 bis 2,0 mg pro kg Körpergewicht oder Placebo und beide Gruppen zusätzlich Methotrexat. Die Ansprechrate wurde nach 12 beziehungsweise 24 Wochen anhand international anerkannter Kriterien bestimmt.
Nach 12 Wochen war der Anteil der Patienten, deren Kriterien sich um mindestens 20 Prozent verbesserten, in allen mit Anakinra und Methotrexat behandelten Gruppen signifikant höher als in der Placebogruppe. In einer zweiten Untersuchung erhielten die Patienten pro Tag 100 mg Anakinra oder Placebo plus Methotrexat. Sowohl nach 12 als auch nach 24 Wochen bestätigten sich die positiven Ansprechraten der ersten Studie. Nach 24 Wochen besserten sich die Symptome durch die Therapie mit Anakinra bei 38 Prozent der Patienten (unter Placebo bei 22 Prozent) um mindestens ein Fünftel, bei 17 Prozent (Placebo 8 Prozent) um die Hälfte und bei 6 Prozent sogar um knapp zwei Drittel (Placebo 2 Prozent).
In beiden Studien senkte Anakinra zudem typische Entzündungsparameter. Dieser Effekt hielt während des gesamten Studienzeitraums an. Außerdem bewerteten sowohl die Ärzte als auch die Patienten den Therapieerfolg des neuen Arzneistoffs anhand eines Fragebogens signifikant besser als den des Scheinmedikaments.
Unter Anakinra erkrankten die Patienten häufiger an schweren Infektionen als unter Placebo (1,8 im Vergleich zu 0,7 Prozent). Der Hersteller empfiehlt daher, die Behandelten sorgfältig zu überwachen. Bei 2,4 Prozent der Studienteilnehmer, die Anakinra erhielten, diagnostizierten die Mediziner eine Verminderung der neutrophilen Granulozyten, eine so genannte Neutropenie, in der Placebogruppe trat sie nur bei 0,4 Prozent auf.
Wechselwirkungen zwischen Anakinra und nicht steroidalen Antirheumatika, Kortikoiden und Basistherapeutika zur Behandlung einer rheumatoiden Arthritis wurden nicht beobachtet.
Bislang gibt es keine klinischen Studien, die die Wechselwirkungen von Anakinra mit anderen Arzneistoffen untersuchen. Es liegen auch keine Erfahrungen über die Kombination von Anakinra mit TNF-a-Antagonisten vor. Die derzeitigen Daten sprechen dafür, dass der Interleukin-Antagonist Anakinra aufgrund seines völlig neuen Wirkmechanismus eine wirksame Waffe gegen rheumatoide Arthritis darstellt. Ob sich Anakinra langfristig in der Rheumatherapie bewährt, müssen Langzeitstudien allerdings noch zeigen. 
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