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Lumigan® - ein Ophtalmikum Fünf Jahre nach Latanoprost (Xalatan®) wurde jetzt Bimatoprost als Ophthalmikum in Deutschland eingeführt. Die Augentropfen enthalten 0,3 mg/ml und sind unter dem Namen Lumigan® von Allergan im Handel. Bimatoprost ist zugelassen zur Senkung eines erhöhten Augeninnendrucks (IOD) bei Offenwinkelglaukom und okulärer Hypertension zur Monotherapie oder kombiniert mit einem Betablocker.
Die Strukturen der beiden Arzneistoffe ähneln sich stark. Bimatoprost leitet sich jedoch nicht - wie Latanoprost - von der Prostaglandin-F2a-Säure ab, sondern gehört zu den Prostamiden. Die Fettsäureamide entstehen im Körper unter Vermittlung von Cyclooxigenase-2 aus Anandamid. Bimatoprost wirkt damit auch nicht über die bekannten Prostaglandin-Rezeptoren, sondern ahmt die Wirkung körpereigener Prostamide nach, die den Augeninnendruck senken. Die Struktur des Prostamid-Rezeptors ist noch nicht bekannt.
Bimatoprost verringert den Abflusswiderstand am Auge und verstärkt damit den Abfluss des Kammerwassers. Die Senkung des IOD beginnt etwa vier Stunden nach der Applikation und hält mindestens 24 Stunden an. Die einmal tägliche Gabe von Bimatoprost in einer 0,03 prozentigen Lösung ist wirksamer als eine zweimal tägliche Anwendung.
In einer Studie über sechs Monate wurde Bimatoprost mit der zweimal täglichen Gabe von Timolol als 0,5 prozentige Augentropfen verglichen. Der neue Wirkstoff senkte den mittleren IOD stärker als Timolol (um 33 im Vergleich zu 23 Prozent). Bei fast 64 Prozent der Patienten konnte der Augeninnendruck unter 17 mm Hg gesenkt werden. Dieser Wert gilt als Zieldruck und wurde bei den mit Timolol-behandelten nur bei rund 37 Prozent erreicht. Im Drei-Monats-Vergleich mit Latanoprost als 0,005 prozentige Lösung (beide Medikamente jeweils einmal täglich abends getropft) erreichten 53 Prozent der mit Bimatoprost behandelten Patienten, in der Latanoprost-Gruppe nur 43 Prozent einen Zieldruck unter 17 mm Hg. Ob der neue Wirkstoff langfristig Vorteile bietet, kann nur ein Langzeitvergleich zeigen.
Häufigste unerwünschte Wirkungen sind das Wachstum der Augenwimpern, eine Hyperämie der Bindehaut und Augenjucken. Wie bei Latanoprost kann auch Bimatoprost die Irispigmentierung verändern. Sie trat nach sechs Monaten bei 1,1 Prozent der Patienten auf. Ein Unterschied der Augenfarbe ist zwar nicht gefährlich, aber viele Patienten empfinden ihn als störend. 
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