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NEUE ARZNEISTOFFE

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Arixtra® - ein Antithrombotikum

Das erste Arzneistoff, der selektiv nur den Gerinnungsfaktor Xa hemmt, wurde lange erwartet. Ende März erhielt das sulfatierte Pentasaccharid Fondaparinux Natrium die europäische Zulassung und ist seitdem als Arixtra® von Sanofi-Synthelabo auf dem deutschen Markt verfügbar. Es ist zugelassen zur Prophylaxe venöser thromboembolischer Ereignisse bei Patienten, die sich größeren orthopädischen Eingriffen, wie Knie- oder Hüftersatzoperationen, unterziehen müssen.

 

Fondaparinux besteht aus den fünf Zuckern des Heparin-Moleküls, die für die Interaktion mit Antithrombin(AT)-III verantwortlich sind. Bindet Fondaparinux an ein AT-III-Molekül, ändert sich dessen Konformation, und damit steigt dessen Fähigkeit, den Faktor Xa zu hemmen. Die Blockade von Xa unterbricht die Kaskade der Blutgerinnung, denn Faktor Xa katalysiert die Umwandlung von Prothrombin in Thrombin (Faktor IIa). Somit verhindert der neue Wirkstoff die Thrombinbildung und das Thrombuswachstum, ohne selbst an Thrombin zu binden und die Thrombozyten zu beeinflussen. Fondaparinux kann - nach "getaner Arbeit" - an das nächste AT-III-Molekül binden.

 

In einer multinationalen Phase-IIb-Studie wurde das neue Antithrombotikum mit dem niedermolekularen Heparin (NMH) Enoxaparin verglichen. 933 Patienten, denen das Hüftgelenk ersetzt werden musste, erhielten eine Dosis von 1,5 bis 3 mg Fondaparinux einmal täglich subkutan gespritzt. Diese war deutlich effektiver als die Gabe von 30 mg Enoxaparin alle 12 Stunden. In der 3mg-Gruppe sank das Risiko für venöse Thromboembolien um 82 Prozent.

 

Inzwischen liegen die Ergebnisse aus vier doppelblinden randomisierten Phase-III-Studien mit insgesamt 7344 Patienten vor. Die Patienten mussten sich wegen Hüft- oder Kniegelenksersatz oder wegen einer Hüftfraktur operieren lassen. Zur Prophylaxe erhielten sie entweder einmal täglich die subkutane Gabe von 2,5 mg Fondaparinux (Beginn postoperativ nach 6 bis 8 Stunden) oder Enoxaparin.

 

In allen Studien traten unter der Behandlung mit Fondaparinux bis zum elften Tag nach der Operation signifikant weniger venöse Thromboembolien auf als unter der Therapie mit Enoxaparin. Die relative Risikoreduktion lag bei 54 Prozent. Die Mortalitätsraten waren vergleichbar, ebenso die Zahl größerer Blutungen.

 

Fondaparinux muss dank seiner langen Halbwertszeit von 17 Stunden nur einmal täglich in einer Dosis von 2,5 mg gespritzt werden. Es wird schnell und vollständig resorbiert und zu 64 bis 77 Prozent unverändert über die Nieren ausgeschieden. Vorsicht ist geboten bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen, mit einem Körpergewicht unter 50 kg und bei älteren Menschen, da diese ein höheres Blutungsrisiko haben. Ferner darf es frühestens 6 Stunden nach Operationsende gegeben werden.


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