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Trisenox® - gegen LeukämieSeit Anfang Juni vertreibt das Pharmaunternehmen Cell Therapeutics auch in Deutschland Arsentrioxid unter dem Handelsnamen Trisenox®. Der Arzneistoff ist zugelassen zur Behandlung von Patienten mit akuter Promyelozyten Leukämie (APL), die auf die Standardtherapeutika nicht ansprechen. APL ist eine von acht Unterarten der akuten myeloischen Leukämie (AML). Die bösartige Krankheit ist genetisch bedingt. Eine Chromosomen-Anomalie hat zur Folge, dass ein entartetes Protein die Ausreifung der Leukozyten im Knochenmark unterdrückt. 20 bis 30 Prozent der APL-Patienten sprechen auf die Standardtherapie mit Zytostatika und Retinoiden nicht an. Für diese Gruppe steht nun das Arsensalz zur Verfügung.
Zum Wirkmechanismus von Arsentrioxid existieren zwei Hypothesen: Einerseits soll die Substanz das abnormale Protein zerstören, das die Ausreifung der Leukozyten behindert. Andererseits vermuten die Forscher, dass Arsentrioxid den programmierten Zelltod ankurbelt.
Arsentrioxid wurde in zwei offenen Studien ohne Vergleichsgruppe an 52 APL-Patienten geprüft, die zuvor mit Anthrazyklin und einem Retinoid behandelt worden waren. Die Studienteilnehmer erhielten intravenös eine Tagesdosis von 0,15 bis 0,16 mg pro kg Körpergewicht. Bei 85 beziehungsweise 92 Prozent der Patienten konnten zunächst keine sichtbaren Leukämiezellen mehr im Knochenmark nachgewiesen werden (Vollremission). Bis zur Vollremission vergingen durchschnittlich 35 Tage. Diese Remission hielt rund 55 Tage an. Nach erfolgreicher Vollremission schloss sich eine Erhaltungstherapie an. Die Überlebensrate nach 18 Monaten lag bei 67 Prozent.
Das Nebenwirkungsspektrum von Arsentrioxid ist vielschichtig. Die Symptome reichen von Fieber, Dyspnöe und Leukozytose bis hin zu Herzrhythmusstörungen und einem gestörten Elektrolythaushalt. Arsen wird überwiegend in der Leber, den Nieren, dem Herzen, der Lunge sowie Haaren und Nägeln gespeichert. Dreiwertige Verbindungen scheidet der Körper hauptsächlich methyliert über die Nieren aus.
Eine Ampulle Trisenox® enthält 1 mg des Wirkstoffs. Das Arzneimittel ist nicht konserviert und muss daher streng aseptisch appliziert werden. Die Lösung wird mit 5-prozentiger Glucoselösung oder physiologischer Kochsalzlösung verdünnt und über eine bis zwei Stunden infundiert. Die Infusion darf nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt oder gleichzeitig verabreicht werden.
Die Behandlung mit Trisenox® ist erfahrenen Ärzten in der Klinik vorbehalten. Dementsprechend wird das Präparat nur an Krankenhaus versorgende Apotheken geliefert. 
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