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Allegro® – gegen Migräne

Seit Mitte November stehen Migräne-Patienten sieben Triptane zur Bekämpfung ihrer akuten Kopfschmerzen zur Verfügung. Der jüngste Vertreter der Stoffklasse ist Frovatriptan, das Berlin-Chemie unter dem Handelsnamen Allegro® als Filmtablette mit 2,5 mg anbietet.

 

Wie andere Triptane, zum Beispiel Sumatriptan oder Naratriptan, wirkt auch Forvatriptan agonistisch an 5-HT1B/1D-Rezeptoren. Vermutlich greift er selektiv an Blutgefäßen in der Schädelhöhle an und verhindert die übermäßige Erweiterung dieser Gefäße beim Migräneanfall.

 

Anders als die beiden genannten Stoffe wirkt Frovatriptan auch als (schwacher) Agonist an einem weiteren Subtyp der 5-HT-Rezeptoren, den 5-HT7-Rezeptoren, die zum Beispiel am Herzen eine Blutgefäßerweiterung vermitteln. Der Wirkstoff ist lange wirksam: seine Halbwertszeit beträgt 26 Stunden. Die Blutspiegel sind bei Männern nur etwa halb so hoch wie bei Frauen, was teilweise auf die Einnahme oraler Kontrazeptiva zurückgeführt wird. In der Praxis muss die Dosis bei Männern jedoch nicht erhöht werden.

 

Studien ergaben 2,5 mg als niedrigst wirksame Dosis. Diese soll möglichst früh bei Beginn des Migränekopfschmerzes genommen werden; wenn diese dem Patienten nicht hilft, bringt ihm auch eine zweite Tablette keinen Nutzen. In drei multizentrischen Studien mit etwa 2700 Patienten besserten sich nach zwei Stunden die Schmerzen bei 37 bis 46 Prozent der Patienten nach Einnahme von Frovatriptan gegenüber 21 bis 27 Prozent in der Placebogruppe. Eine völlige Schmerzlinderung erzielten in dieser Zeit 9 bis 14, unter Placebo 2 bis 3 Prozent der Patienten. Die maximale Wirksamkeit wurde innerhalb von vier Stunden erreicht; bis zwei Drittel der Patienten sprachen in diesem Zeitraum auf das Medikament an.

 

Bei durchschnittlich 17 Prozent der Patienten kehrten innerhalb eines Tages die Kopfschmerzen wieder. Dieser Prozentsatz ist niedriger als bei anderen Therapien. Im Vergleich zu 100 mg Sumatriptan waren 2,5 mg Frovatriptan etwas weniger wirksam, aber auch die Zahl der Nebenwirkungen war geringer. Am häufigsten klagten die Patienten über Schwindel, Müdigkeit, Missempfindungen, Kopfschmerz und Hitzewallungen.


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