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NEUE ARZNEISTOFFE

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Avodart® – gegen Prostatahyperplasie

Der neue Arzneistoff Dutasterid blockiert das Enzym 5a-Reduktase und damit die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT). DHT ist das wichtigste Hormon in der Prostata und für deren Funktion essenziell. Der Arzneistoff ist zugelassen für Männer mit einer gutartigen Vergrößerung der Prostata, der so genannten benignen Prostatahyperplasie (BPH). Die Therapie kann die Symptome lindern und das Risiko von akutem Harnverhalt und Operationen im Zusammenhang mit der BPH reduzieren. Avodart von GlaxoSmithKline enthält 0,5 mg Wirkstoff pro Weichkapsel.

 

Das Therapieprinzip von Dutasterid ist nicht neu. Seit 1994 wird bei BPH der Wirkstoff Finasterid eingesetzt. Der Hauptunterschied zwischen beiden Substanzen: Finasterid hemmt vor allem das Isoenzym 2 der 5a-Reduktase, das überwiegend im genitalen Gewebe vorkommt. Dutasterid blockiert dagegen auch den Subtyp 1 des Enzyms. Das Isoenzym 1 der 5a-Reduktase dominiert in den meisten anderen Körpergeweben, vor allem in der Haut und der Leber. Die Substanz wird daher als »dualer Hemmstoff« vermarktet.

 

Die Hemmung beider Isoenzyme senkt den DHT-Spiegel im Serum nach ein- und zweijähriger Therapie um durchschnittlich 93 Prozent. Finasterid vermindert das DHT im Serum um etwa 70 Prozent und in der Prostata um 80 bis 90 Prozent. Inwieweit diese Unterschiede klinisch relevant sind, können erst direkte Vergleichsstudien der beiden Arzneistoffe zeigen.

 

In drei multizentrischen Doppelblindstudien erhielten 4325 Männer mit mäßigen bis schweren Beschwerden 24 Monate lang einmal täglich entweder Placebo oder 0,5 mg Dutasterid. Dutasterid beeinflusste alle Zielparameter signifikant besser als Placebo. Der Serum-DHT-Wert sank um 90 Prozent, die Größe der Prostata nahm um 25 Prozent, die der so genannten Übergangszone um 20 Prozent ab. Der maximale Harnfluss stieg schon nach einem Monat an, die Beschwerden gingen bereits nach drei Monaten deutlich zurück. Das Risiko für einen akuten Harnverhalt oder eine Operation wurde um 57 und 48 Prozent reduziert.

 

Der Arzneistoff war relativ gut verträglich. Die häufigsten Nebenwirkungen betrafen Impotenz (6 Prozent), verringerte Libido (3,7 Prozent), Ejakulationsstörungen und die Vergrößerung der männlichen Brustdrüsen (1,8 und 1,3 Prozent).

 

Beide 5a-Reduktasehemmer senken die Serumkonzentration des Prostata-spezifischen Antigens (PSA-Wert) um etwa 50 Prozent. Dies muss bei der Früherkennung eines Prostatakarzinoms berücksichtigt werden, da der PSA-Wert als Tumormarker herangezogen wird.



Was bedeutet PSA?

Das Prostata-spezifische Antigen PSA wird von den Prostatadrüsen produziert und ins Blut abgegeben. Es ist der wichtigste Gewebemarker bei der Krebs-Früherkennung des Mannes. Werte bis 4 ng/ml im Blut gelten als normal; bis 10 ng/ml spricht man von einer Grauzone, und Werte über 10 ng/ml können auf einen Tumor hindeuten. Verdächtige Werte muss der Arzt in jedem Fall abklären. Der PSA-Wert wird auch zur Verlaufskontrolle bei Prostatakrebs gemessen.


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