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Fuzeon® – gegen HIV-1Seit 15. Juni ist eine Substanz mit einem neuen Wirkprinzip zur Behandlung von HIV-1-infizierten Menschen in Deutschland zugelassen. Enfuvirtid wirkt als Fusionshemmer, das heißt, es verhindert den Eintritt des Viruskapsids in die menschliche Zelle. Die Substanz wird von Roche unter dem Namen Fuzeon® in den Handel gebracht. Das Protein besteht aus 36 Aminosäuren und wird als Pulver plus Wasser für Injektionszwecke zur Herstellung einer Infusionslösung angeboten. 1 ml dieser Lösung enthält 90 mg Wirkstoff. Diese Dosis wird zweimal täglich subkutan gespritzt.
Mit Enfuvirtid wird ein neuer Ansatz in der Behandlung der HIV-1-Infektion realisiert. Die bisherigen Wirkstoffe wie die Reverse-Transkriptase-Hemmer und die Protease-Inhibitoren hemmen die Vermehrung des Virus nach Befall der Zielzellen. Enfuvirtid greift außerhalb der Zelle an. Wie üblich in der Anti-HIV-Therapie wird Enfuvirtid mit anderen antiretroviralen Arzneistoffen kombiniert. Es ist geeignet für Patienten, die auf die Therapie mit den bislang verfügbaren Stoffgruppen nicht mehr ansprechen oder diese nicht vertragen.
Die Zulassung basiert auf zwei Phase-III-Studien mit sehr ähnlichem Design in Nord- und Südamerika sowie in Europa und Australien. In beiden Studien war der antiretrovirale und immunologische Erfolg nach 24 Wochen in der mit Enfuvirtid behandelten Gruppe deutlich besser. Die Viruslast sank hoch signifikant und die Zahl der CD4-Lymphozyten stieg deutlich an. Die Studien sind noch nicht beendet, die nächste Auswertung findet nach 48 Therapiewochen statt.
Praktisch alle Patienten klagten über lokale Reaktionen an der Injektionsstelle wie Rötungen oder Verhärtungen, meist in der ersten Therapiewoche. Nur 3 Prozent brachen deswegen die Therapie ab. In beiden Therapiegruppen der amerikanischen Studie traten bei drei Viertel der Patienten als Nebenwirkungen am häufigsten Diarrhö, Übelkeit und Müdigkeit auf. Zudem wurden in der Enfuvirtid-Gruppe mehr bakteriell bedingte Lungenentzündungen und Sepsisfälle festgestellt.
Die Herstellung der Infusionslösung muss dem Patienten erklärt werden. Nach Zugabe von 1,1 ml Wasser zum Lyophilisat darf man die Durchstechflasche nicht schütteln oder umdrehen, da sonst viel Schaum entsteht. Es kann bis zu 45 Minuten dauern, bis das Pulver vollständig gelöst und die Lösung klar und frei von Bläschen ist. Erst dann darf das Medikament in Bauch, Oberarm oder den vorderen Oberschenkel injiziert werden. Da die fertige Lösung 24 Stunden im Kühlschrank (Lichtschutz) stabil bleibt, kann der Patient die beiden Tagesdosen auch gleichzeitig zubereiten. 
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