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InductOs® – bei Knochenbrüchen

InductOs® von Wyeth enthält 12 mg Dibotermin alfa als Kit zur Implantation. Das sterile Pulver wird in 8 ml Wasser für Injektionszwecke gelöst. Mit dieser Lösung wird eine Matrix aus Rinderkollagen getränkt. Dieser Träger wird während der Operation direkt auf die Frakturoberfläche gelegt und dort fixiert, um diese möglichst ganz zu bedecken. Anschließend verschließt der Operateur die Wunde.

 

Wie der Name vermuten lässt, ist Dibotermin alfa ein Protein: Es handelt sich um ein humanes, rekombinant gewonnenes Knochen-Morphogeneseprotein vom Typ 2, kurz rhBMP-2 genannt. Proteine aus der BMP-Familie kommen in geringer Konzentration im Knochen vor und stimulieren die Entwicklung von Knochen und Knorpeln. Dieses Wissen führte zur Entwicklung von Dibotermin alfa. Der Wirkstoff bindet an Rezeptoren auf der Oberfläche von Mesenchymzellen und regt dadurch die Entstehung von Knochen bildenden Zellen, den Osteoblasten, an. Die Osteoblasten bauen dann neuen trabekulären Knochen auf. Dieser Prozess verläuft vom Rand bis zur Mitte des Implantats, das sich langsam auflöst. Anfangs kann es in der direkten Umgebung des Implantats auch zur Resorption von Knochenbälkchen kommen, die später durch neuen Knochen mit dichterer Masse ersetzt werden. Untersuchungen zeigen, dass der neu gebildete Knochen biologisch und biomechanisch genauso funktioniert wie ein »normal« gewachsener. Das implantierte System hat keine Stützfunktion für den Bruch.

 

Die Knochenbildung ist begrenzt, was mit dem Abbau des Proteins und mit natürlichen Inhibitoren des Morphogeneseproteins zusammenzuhängen scheint. In Tierversuchen konnte radioaktiv markiertes Protein vier bis acht Tage lang an der Implantationsstelle nachgewiesen werden.

 

In einer Studie mit 450 Patienten mit offener Schienbeinfraktur heilte der Bruch signifikant schneller und besser, wenn ihnen zusätzlich zu der operativen Standardbehandlung eine Matrix mit InductOs implantiert wurde. Bei diesen Patienten war ein zweiter Eingriff zur Förderung der Wundheilung um 44 Prozent seltener nötig. Außerdem traten weniger Infektionen auf. Der Knochen bildende Effekt erfolgte bei Brüchen aller Schweregrade. InductOs ist kontraindiziert bei Kindern, deren Knochen noch nicht ausgewachsen sind, bei Infektionen an der Frakturstelle und bei pathologischen Brüchen, zum Beispiel bei Patienten mit Morbus Paget, sowie bei Krebspatienten.


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