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Cipralex® – ein Antidepressivum Der zweite Arzneistoff, der Mitte September als Cipralex® von Lundbeck auf den Markt kam, ist eigentlich ein alter Bekannter. Escitalopram ist das S-Enantiomer aus dem Citalopram-Racemat, das als Cipramil® mit 20 oder 40 mg Wirkstoff seit mehr als zehn Jahren bei Depressionen eingesetzt wird. Das S-Enantiomer ist in Tabletten-Form mit 10 oder 20 mg im Handel und kommt bei der Behandlung depressiver Erkrankungen sowie bei Panikstörungen zum Einsatz. Beide Substanzen wirken als selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI).
Drei klinische Kurzzeitstudien über acht Wochen wurden gemeinsam ausgewertet. Insgesamt 1321 depressive Patienten erhielten entweder Escitalopram 10 oder 20 mg täglich oder Citalopram 20 bis 40 mg pro Tag oder Placebo. Die Patienten aus den Arzneistoff-Gruppen schnitten erwartungsgemäß signifikant besser ab: 59,3 Prozent der Escitalopram-Anwender und 53,4 Prozent aus den Citalopram-Gruppen sprachen auf die SSRI-Hemmer an gegenüber 41,2 Prozent bei Placebo. Bei Escitalopram war der Unterschied zu Placebo bereits nach der ersten Behandlungswoche statistisch signifikant, während dies unter Citalopram vier Wochen dauerte. Schwer depressiven Menschen half das Enantiomer besser als das Racemat; auch Angstzustände milderte es schneller.
In einer Langzeitstudie über weitere 36 Wochen erhielten 274 Patienten, die initial auf Escitalopram angesprochen hatten, dieses in gleicher Dosierung oder Placebo. Die Zeit bis zu einem depressiven Rückfall war unter Escitalopram signifikant länger.
Auf Grund seiner Metabolisierung sind zahlreiche Wechselwirkungen mit anderen Arzneistoffen möglich. Der neue Arzneistoff kann beispielsweise die Plasmaspiegel von Flecainid, Propafenon, Metoprolol, Haloperidol, Risperidon, Desipramin erhöhen.
Wie bei allen SSRI ist die Kombination mit nicht selektiven Monoaminoxidase-Hemmern kontraindiziert. Bei gleichzeitiger Gabe von serotonergen Arzneistoffen wie die Triptane und Tramadol oder des MAO-B-Hemmers Selegilin kann ein Serotonin-Syndrom auftreten. Erregtheit, Zittern und Muskelzuckungen gehören zu den ersten Anzeichen. In diesem Fall muss der Arzt das Arzneimittel sofort absetzen. 
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