|
Sie befinden sich hier: Themen / Arzneistoffe / Ausgabe 1/2001 / Pioglitazon, Actos® – ein Antidiabetikum /
Pioglitazon, Actos® – ein AntidiabetikumSeit dem 1. November ist mit Pioglitazon in Deutschland der zweite Vertreter der Insulinsensitizer im Handel. Der neue Arzneistoff wird von Takeda Pharma unter dem Handelsnamen Actos® vermarktet. Wie sein Vorgänger Rosiglitazon (Avandia® von SmithKline Beecham) ist auch Pioglitazon zugelassen zur Kombinationstherapie von Typ-2-Diabetikern, bei denen eine Monotherapie mit Metformin oder Sulfonylharnstoffen nicht ausreicht. Prinzipiell darf Pioglitazon nur übergewichtigen Patienten zusammen mit Metformin gegeben oder mit einem Sulfonylharnstoff kombiniert werden, falls der Betroffene Metformin nicht einnehmen darf.
Pioglitazon und Rosiglitazon unterscheiden sich in ihrer Wirkstärke, dem Metabolismus sowie in ihren Neben- und Wechselwirkungen. Ihr Wirkmechanismus ist bis heute nicht restlos aufgeklärt. Wissenschaftler konnten in Zellversuchen und Tiermodellen zeigen, dass Pioglitazon einerseits den Glucose-Transport in die Muskel- und Fettzellen begünstigt und andererseits die Aufnahme und Verwertung des Zuckers in der Leber steigert. Zudem werden wahrscheinlich verstärkt Fettzellen (Adipozyten) gebildet. Wegen der vermehrten Adipozyten müssen die Patienten mit einer Gewichtszunahme rechnen. Von Vorteil ist, dass im Gegenzug die Spiegel an freien Fettsäuren und Triglyceriden sinken. Ob sich Pioglitazon auch langfristig günstig auf den Glucose- und Fettstoffwechsel auswirkt, konnte noch nicht belegt werden.
Pioglitazon wird nach peroraler Gabe rasch resorbiert und hauptsächlich in der Leber verstoffwechselt. Interaktionen mit anderen Arzneistoffen sind bislang unbekannt. Als häufigste Nebenwirkungen traten in Studien Stoffwechselstörungen wie Gewichtszunahme und Veränderungen der roten Blutkörperchen auf. Diabetiker mit Herzinsuffizienz oder Leberfunktionsstörungen sollten weder Pioglitazon noch Rosiglitazon einnehmen.

|