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Trastuzumab, Herceptin® – ein Antitumormittel

Mit dem monoklonalen Antikörper Trastuzumab kam eine echte Innovation zur Behandlung von Brustkrebs auf den deutschen Arzneimittelmarkt. Die von Roche unter dem Handelsnamen Herceptin® vertriebene Trockensubstanz zur Herstellung einer Infusionslösung enthält einen Antikörper, der sich gegen den menschlichen epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor 2 (HER2) richtet. Die Antikörper spüren die Rezeptoren an der Zelloberfläche auf, docken dort an und leiten die Zerstörung der Krebszelle durch das Immunsystem ein.

 

Die Zulassungsbehörde unterteilt die Indikation in zwei Gruppen: eine Monotherapie und eine Kombinationstherapie mit Paclitaxel. Zur Monotherapie kann Trastuzumab eingesetzt werden, wenn zuvor mindestens zwei Chemotherapien mit mindestens einem Taxan und Anthrazyklin wirkungslos waren. In Kombination mit Paclitaxel kann Herceptin® auch solchen Frauen verordnet werden, die nicht mit Anthrazyklinen behandelt werden können und noch keine Chemotherapie erhalten haben.

 

Trastuzumab eignet sich nur für die Therapie von Brustkrebspatientinnen, deren metastasierende Tumoren das HER2-Protein im Überschuss bilden. Vor der Behandlung mit dem monoklonalen Antikörper muss daher unbedingt der HER2-Wert bestimmt werden. 25 bis 30 Prozent aller Mammakarzinome bilden das HER2-Protein im Überschuss. Bei diesen Patientinnen ist die krankheitsfreie Überlebenszeit deutlich verkürzt.

 

In verschiedenen klinischen Studien testeten Wissenschaftler Trastuzumab bei Patientinnen, deren HER2-Wert mäßig bis stark erhöht war. Auf die Kombinationstherapie mit Paclitaxel sprachen durchschnittlich 49 Prozent der Patientinnen und nur 17 Prozent auf die alleinige Gabe von Paclitaxel an. Die mittlere Überlebenszeit betrug in der Kombigruppe 24,8 Monate gegenüber 17 Monaten in der Paclitaxel-Gruppe. Die Monotherapie wurde bei Patientinnen untersucht, bei denen andere Arzneimittel wirkungslos waren. Die alleinige Therapie mit Trastuzumab war bei 18 Prozent der Patientinnen wirksam; ihre mittlere Überlebenszeit betrug 16,4 Monate.

 

Inzwischen liegen zahlreiche Daten zur Wirksamkeit und Verträglichkeit dieser neuen Behandlungsform vor. Neben infusionsbedingten Reaktionen wie Schüttelfrost, Fieber und lokalen Reizungen wurden unter Trastuzumab-Therapie vor allem herzschädigende Effekte beobachtet. Daher ist vor allem bei Patientinnen mit symptomatischer Herzinsuffizienz, Bluthochdruck oder Koronarer Herzkrankheit Vorsicht geboten. Ein EKG ist dann Pflicht, wenn die Patientinnen zuvor schon Anthrazykline oder Cyclophosphamid erhalten haben. Prinzipiell sollten nur Mediziner mit ausreichender Erfahrung mit dem Antikörper therapieren.

 

Trastuzumab erweitert die Behandlungsmöglichkeiten bei Patientinnen mit metastasierendem Mammakarzinom. Der Arzneistoff gibt besonders solchen Frauen neue Hoffnung, bei denen die konventionellen Methoden wirkungslos waren.


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