Zukunft Apotheke: Persönliche Experten

Der Zukunftsforscher Dr. Stephan Sigrist von der Universität Zürich sieht die Apotheker für die künftigen Entwicklungen im deutschen Gesundheitssystem gut aufgestellt. Seit Jahren beschäftigt sich der Biochemiker und Leiter des Thinktank W.I.R.E. mit den Trends in Sachen Life Science, Wirtschaft und Gesellschaft. Beim diesjährigen DAV-Wirtschaftsforum in Potsdam zeigte er sich überzeugt davon, dass die Demokratisierung des Gesundheitswesens neue Chancen für die Apotheke eröffnet.
Bereits heute stellen die Verbraucher bei Fragen rund um die Gesundheit häufig eigene Recherchen im Internet an, eine Entwicklung, die sich im Rahmen des technischen Fortschritts verstärken wird. Die Menge an Informationen im Netz überfordere den Patienten jedoch oftmals, sagte Sigrist. Damit förderten die Daten nur das Halbwissen der Verbraucher. «Dem Patienten fehlt die Grundlage für eigenverantwortliche Entscheidungen in Gesundheitsfragen.»
Als Gegengewicht zur technischen Entwicklung spiele die persönliche Beratung durch Experten daher eine wachsende Rolle. Hier seien die Apotheker in einer starken Position, so Sigrist. «Sie sind nahe am Patienten, haben die Kompetenz und genießen das Vertrauen der Verbraucher.» So könnten sich Apotheker etwa gezielt in der Gesundheitsbildung engagieren und Kurse in Kooperation mit Schulen anbieten. Zudem wachse der Bedarf nach niedrigschwelligen Angeboten, die den Patienten einen schnellen und unkomplizierten Zugang zu Gesundheitsleistungen erlauben. Aufgrund ihrer Nähe zum Verbraucher könnte die Apotheke hierbei in Kooperation mit anderen Akteuren des Gesundheitssystems als «zentrales Drehkreuz für Gesundheitsfragen im Alltag» dienen, sagte Sigrist. (sch)
27.04.2012 l PZ
Foto: ABDA |  | 






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