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Union: Kassen sollen mehr für Prävention zahlen

Union: Kassen sollen mehr für Prävention zahlenDie CDU/CSU will in der geplanten nationalen Präventionsstrategie die Krankenkassen verpflichten, mehr Geld in die Prävention zu stecken. Ein entsprechendes Eckpunkte-Papier hatte die Partei bereits im April vorgestellt. Bei einem Kongress zum Thema Prävention legte sie in dieser Woche nun eine aktuelle Version vor. Geht es nach den Konservativen, müssen die Krankenkassen nicht wie bisher knapp 3 Euro, sondern 6 Euro pro Versichertem im Jahr für Prävention ausgeben. Davon sollen 2 Euro in die betriebliche Gesundheitsförderung fließen, 1 Euro soll für Präventionsangebote speziell für Menschen mit Migrationshintergrund oder niedrigem Bildungsstand eingesetzt werden.

Auch soll nach dem Willen der Union die Nutzung von Präventionsangeboten stärker honoriert werden, etwa durch Bonus-Zahlungen und günstige Tarife. Umgekehrt sollen chronisch Kranke, die an koronaren Herzkrankheiten, Typ-2-Diabetes und bestimmten Krebserkrankungen leiden und gesetzliche Früherkennungsuntersuchungen nicht in Anspruch genommen haben, stärker zur Kasse gebeten werden. Bereits jetzt beträgt die Belastungsgrenze für diese Patienten nicht ein, sondern zwei Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens. Diese Regelungen will die Union durch Gesetzesänderungen weiter verschärfen.

Im Herbst wird der Bundestag Präventionsziele beschließen. Die Union nannte einige Beispiele: So soll die Zahl der Erkrankungen an Typ-2-Diabetes bis zum Jahr 2020 um 10 Prozent sinken. Auch die Anzahl der Re-Infarkte soll um 10 Prozent zurückgehen, psychische Erkrankungen am Arbeitsplatz sogar um 20 Prozent. Die Teilnahmequote an Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung soll um 20 Prozent steigen. Um die Bevölkerung stärker für Prävention zu sensibilisieren, planen Unionsvertreter regelmäßige Schreiben, in denen Versicherte auf Vorsorgeuntersuchungen hingewiesen werden sowie Fernsehspots zum Thema.

Nachdem der Vorschlag eines Präventionsgesetzes von SPD und Grünen 2007 gescheitert war, arbeiten Union und FDP seit 2011 an einer nationalen Präventionsstrategie. Im Herbst soll das Ergebnis vorgestellt werden. (ah)

26.06.2012 l PZ
Foto: Fotolia/Weber


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