| Isabel Weinert |
| 08.01.2026 08:00 Uhr |
Soziale Kontakte mag das Gehirn, je anregender desto besser. / © Adobe Stock/Lumos sp
Forscher trainieren Algorithmen anhand immens großer Datensätze von MRT-Aufnahmen menschlicher Gehirne, damit sich das Gehirnalter auf diese Weise genau abschätzen lässt. Noch existieren diese Möglichkeiten nur im Rahmen der klinischen Forschung. Allerdings können geübte Radiologen auch jetzt bereits grob abschätzen, ob ein Gehirn-MRT etwa zum biologischen Alter des untersuchten Menschen passt.
Für was soll diese Methode gut sein? Ein positives BAG, das für ein älteres Gehirn spricht, zeigt auch dann schon ein erhöhtes Risiko zum Beispiel für eine demenzielle Erkrankung an, wenn der Mensch seinen Alltag noch normal meistern kann. Käme die Methode künftig breit zum Einsatz, würde sie ermöglichen, Menschen mit erhöhtem Demenzrisiko frühzeitig zu identifizieren. Außerdem ist das BAG ein Marker für die allgemeine Gesundheit eines Menschen, denn es korreliert mit dem Lebensstil, mit bestimmten Genen, dem Blutdruck, Adipositas und Typ-2-Diabetes. Nicht zuletzt gibt die Untersuchung Wissenschaftlern Aufschluss darüber, wie sich Lebensstilinterventionen auf das Gehirn auswirken, was genau das Altern beschleunigt und was gar verlangsamt. Der Weg zur Messung einzelner Patienten könnte in naher Zukunft beschritten werden. So hat etwa der Informatiker Dr. Jan Ernsting in seiner Doktorarbeit an der Universität Münster ein maschinelles Lernsystem entwickelt, dass das Potenzial dazu haben könnte.
Menschen können aber auch heute schon erheblich dazu beitragen, das eigene Gehirn nicht nur jung zu erhalten, sondern bei einem positiven BAG, also bei einem älteren Gehirn als es dem biologischen Alter des Menschen entspricht, dieses ein Stückweit wieder zu verjüngen. Denn Veränderungen im Lebensstil können kognitive Einbußen verlangsamen und die geistige Leistungsfähigkeit fördern.
PTA können Menschen, die speziell für ihr Gehirn sorgen wollen, auch folgendes raten.