Mit einiger Vorbereitung und Beachtung wichtiger Sicherheitsregeln kann Eisbaden der Gesundheit gut tun. / © Getty Images/diephosi
Begeben wir uns in Wasser, das nur wenige Grad »warm« ist, macht das etwas mit unserem Körper. Gerade Ungeübte riskieren einen Kälteschock, der sich etwa durch einen unkontrollierten Atemimpuls bemerkbar macht. »So ein Kälteschock kann auch zu Herzrhythmusstörungen führen, das heißt: zu akuten Notfällen«, sagt Matthias Stoll von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten daher ganz auf das Eisbaden verzichten. Auch bei anderen chronischen Erkrankungen wie Asthma oder Epilepsie ist Vorsicht geboten, Betroffene sollten vorher mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt sprechen.
Dazu kommt die Gefahr einer Unterkühlung, also einem Absinken der Körperkerntemperatur. Dadurch kann es zu Bewegungseinschränkungen kommen, »bei denen Schwimmbewegungen irgendwann nicht mehr möglich sind«, so der Experte. Hier kommen fünf Regeln – hält man sich an diese, kann man sich ganz auf die positiven Effekte des Eisbadens konzentrieren.
»Bei den aktuellen Temperaturen ins Wasser zu gehen und mehrere Minuten schwimmen zu wollen, ist nur etwas für geübte Personen«, sagt Matthias Stoll, der den Bereich Ausbildung und Prävention in der DLRG-Bundesgeschäftsstelle leitet. Die klassische »Karriere« des Eisbadens beginnt damit, dass man seinen Körper mit kalten Duschen vorbereitet, über Wochen hinweg. Wer dann das erste Mal im See anbadet, tut das lieber im Herbst statt im klirrend kalten Winter.
In der Gruppe macht Eisbaden nicht nur oft mehr Spaß – es ist auch sicherer. Daher sollte man mindestens zu dritt sein, zwei Personen im Wasser, mindestens eine am Ufer. »Geht es einer Person im Wasser schlecht, kann die zweite direkt mithelfen – und die dritte kann das Telefon in die Hand nehmen und einen Notruf absetzen.«
Wie vor dem Sport gilt auch vor dem Eisbaden: Aufwärmen bringt den Kreislauf in Schwung und die Muskeln auf Betriebstemperatur. Übertreiben muss man es aber nicht. Was man tun kann, um sich im Wasser möglichst gut warmzuhalten: »mit Mütze oder Neoprenhaube schwimmen«, wie Stoll rät. Ist es besonders kalt, sind auch Neoprenhandschuhe oder -füßlinge sinnvoll.
Noch ein Tipp: Der Kopf bleibt möglichst über Wasser. Ist er nämlich erst einmal nass, beschleunigt das die Auskühlung, vor allem, wenn ein Luftzug über das Gewässer weht.