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Weiterqualifikation für PTA
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ABDA und BVpta arbeiten zusammen an Konzept

Die aktuell in der Apothekenreform vorgesehene Vertretungsbefugnis für PTA lehnen sowohl die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände als auch der Bundesverband PTA (BVpta) ab. Nun haben sich die Verbände zusammengetan und fordern statt PTA-Vertretung eine bundesweit einheitliche Weiterqualifikation. 
AutorKontaktPTA-Forum
Datum 17.03.2026  17:00 Uhr

Beide Verbände fordern in einer gemeinsamen Pressemitteilung, die Regelungen zur PTA-Vertretung im Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) ersatzlos zu streichen. Vorgesehen sind aktuell Modellprojekte, im Rahmen derer PTA die Apothekenleitung unter bestimmten Voraussetzungen vorübergehend vertreten können. »›Vertreten‹ zu dürfen war nie unser eigentliches, alleiniges Ziel«, kommentiert Anja Zierath, Bundesvorsitzende des BVpta. Die apothekerlichen Bedenken hinsichtlich möglicher Auswirkungen auf Fremdbesitzverbot und Heilberufestatus habe der Verband ernst genommen. »Uns geht es darum, echte Entwicklungsmöglichkeiten für PTA zu schaffen«, so Zierath.

Dass es Handlungsbedarf gibt, bestätigt auch ABDA-Präsident Thomas Preis: Der PTA-Beruf müsse gezielt weiterentwickelt und der Zugang zum Pharmaziestudium erleichtert werden. »Ich freue mich, dass der BVpta und die ABDA dies gemeinsam feststellen und dass eine nachhaltige Weiterentwicklung des PTA-Berufs keine Vertretungsregelung des Apothekenleiters beziehungsweise der Apothekenleiterin benötigt. Diese Vertretungsregelung lehnen wir gemeinsam im Schulterschluss ab«, sagt Preis. Einig seien sich die Verbände auch darüber, dass eine Erhöhung des Fixums und regelmäßige faire Verhandlungen zur Apothekenhonorierung dazu beitragen, PTA und andere Fachkräfte in Apotheken besser zu entlohnen.

Konzept in Arbeit

ABDA und BVpta arbeiten nach eigenen Angaben bereits an einem gemeinsamen Konzept zur Weiterentwicklung des PTA-Berufs. So schlagen die Organisationen in einem Positionspapier die Schaffung einer Weiterqualifikation für PTA vor – mit Kompetenzerweiterungen in folgenden Bereichen:

  • Unterstützung und Durchführung pharmazeutischer Dienstleistungen
  • Präventions- und Screeningangebote in Apotheken
  • digitale Versorgungsprozesse
  • strukturierte Programme zur Arzneimitteltherapiesicherheit

Die bundesweit einheitliche Weiterqualifikation soll demnach eine neue berufliche Entwicklungsperspektive für PTA darstellen und »einer anerkannten Befugniserweiterung im Sinne der Apothekenbetriebsordnung« entsprechen. Daraus müsse auch eine tarifliche und finanzielle Aufwertung der qualifizierten PTA folgen, heißt es weiter. Die Verbände bieten an, entsprechende Curricula zu erarbeiten.

Anja Zierath: »Mit der Einführung einer bundesweit einheitlichen Weiterqualifikation für PTA sollen zukünftig neue Perspektiven geschaffen werden. Wichtig bei alldem ist uns, dass sich eine neue Qualifikation auch in der Vergütung widerspiegeln muss.«

Weiterhin fordern ABDA und BVpta in ihrem Positionspapier, den Übergang von der PTA-Ausbildung in das Pharmaziestudium zu erleichtern, etwa durch anrechenbare praktische Lehrveranstaltungen im Grundstudium oder Erleichterungen bei der praktischen Ausbildung. Vorgeschlagen wird außerdem die Einführung der Praxisanleitung von Auszubildenden durch erfahrene PTA sowie die Verbesserung der finanziellen Rahmenbedingungen der PTA-Ausbildung, zum Beispiel durch eine bundesweit einheitliche Ausbildungsvergütung und den kompletten Verzicht auf Schulgeld.

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