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Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen
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Adexa appelliert an Wahlberechtigte

Am 1. September wird in Sachsen und Thüringen ein neuer Landtag gewählt. Tanja Kratt, Bundesvorstand der Apothekengewerkschaft Adexa, fordert alle berechtigten Mitglieder auf, unbedingt von ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen.
AutorKontaktPTA-Forum
Datum 22.08.2024  16:00 Uhr

Klar sei, dass jede abgegebene Stimme zählt, schreibt Kratt in einem Kommentar zu den anstehenden Landtagswahlen. »Aber indirekt eben auch jede nicht abgegebene. Deshalb machen Sie bitte unbedingt von Ihrem Stimmrecht Gebrauch – sei es am Wahlsonntag selbst in Ihrem Wahlbüro oder per Briefwahl«, fordert sie die Adexa-Mitglieder auf.

Schließlich gehe es um deren Interessen – als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer, als Beschäftigte in den Heilberufen, als PTA oder PI, als Apothekerin oder PKA, vielleicht auch als PhiP oder Pharmaziestudierende, als Azubi oder Praktikantin, zählt sie auf. »Aber auch als Bürgerin beziehungsweise Bürger in einem Gemeinwesen, das auf Solidarität und Verantwortung füreinander, auf Empathie und Förderung von Zukunftschancen beruht. Als Teil einer Gesellschaft, die das Miteinander über das Gegeneinander stellt.«

Für die Gewerkschaft ist es laut Kratt unvorstellbar, eine Partei zu wählen, die wie die AfD-Landesverbände in Sachsen und Thüringen (und auch ihre jeweiligen Jugendorganisationen) vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft wird. »Jedem sollte klar sein: Über das Stadium eines bloßen Protestwählens ist man hier schon viele Jahre hinaus.«

Stimmberechtigte in Sachsen und Thüringen sollten bei der Wahl genau hinschauen, ob sich ihre persönliche Situation wirklich verbessern würde oder ob nur allzu einfache Antworten auf komplexe Fragen gegeben würden. Kratt: »Als Interessenvertretung einer überwiegend weiblichen Beschäftigtengruppe wollen wir kein ›Zurück an den Herd‹, keine Schwächung der europäischen Gemeinschaft und der Wirtschaft, keinen Rassismus und keine Fremdenfeindlichkeit, keine verdorrte Erde für unsere Kinder und Enkelkinder.«

Dringend gebraucht

Für die öffentlichen Apotheken fordert die Gewerkschaft gute Ausbildungschancen und -vergütungen für junge Leute, die in überalterten Gemeinden und Landkreisen dringend in den Apotheken und allen anderen Branchen gebraucht würden. Neben guten Arbeitsbedingungen und Gleichberechtigung im Beruf wünscht sich Kratt eine Gesundheitsfürsorge, die keine Klassen kennt, sondern unabhängig vom Geldbeutel, der persönlichen Mobilität und der Wohnsituation sowie Region funktioniere. »Wir wollen, dass die Apothekenteams ihre Patientinnen und Patienten weiter niedrigschwellig und kompetent beraten können – flächendeckend in Sachsen und Thüringen und bundesweit. Wir wollen uns und unsere Umwelt vor den Folgen menschengemachter Schäden bewahren. Wir wollen, dass unsere im Grundgesetz verankerten demokratischen Grundsätze geschützt werden, vom Staat, aber auch von uns selbst als engagierte Bürgerinnen und Bürger«, so die Bundesvorsitzende.

Wer unschlüssig ist, welche Partei sie/er wählen soll, könne den Wahl-O-Mat (siehe Kasten) als Hilfe nutzen. Das entbindet die Wähler laut Kratt jedoch nicht davon, kritisch zu hinterfragen: Was wünsche ich mir für die Zukunft? Sind die geplanten Weichenstellungen auch gut für künftige Generationen? Sind sie sinnvoll in einer Welt zunehmend komplexer wirtschaftlicher, ökologischer und politischer Herausforderungen und Abhängigkeiten? Sind sie optimistisch und mutig, kreativ und konstruktiv? »Ein Zurück in ›gute alte Zeiten‹ wird es nicht geben, höchstens in schlechte«, so Kratts Fazit. »Aber das können Sie als Wählerin oder Wähler zum Glück beeinflussen.«

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