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Apotheken-Protestaktion
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Adexa zieht Bilanz

In Berlin hat Adexa-Bundesvorstand Andreas May am 14. Juni mit 5000 Apothekenangestellten und Apothekenleitungen für eine Stärkung der Vor-Ort-Apotheken sowie für eine faire Vergütung protestiert – und damit auch für größere Handlungsspielräume bei den Tarifverhandlungen. Wie die Adexa den Tag erlebt hat.
AutorKontaktSigrid Joachimsthaler/Adexa
Datum 20.06.2023  12:30 Uhr

Bundesweit waren Adexa-Mitglieder an den Protestaktionen und den Kundgebungen in diversen Städten wie Hannover, Düsseldorf und Wiesbaden beteiligt. May nahm auf Einladung des Berliner Apotheker-Vereins an der zentralen Demonstration in Berlin teil. Gemeinsam mit ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening sowie Anke Rüdinger, der Vorsitzenden des Berliner Apotheker-Vereins, lief May an der Spitze des Protestzuges.

In seiner Rede bei der Abschlusskundgebung am Invalidenplatz betonte der Gewerkschaftsvorstand: »Heute sind wir hier – Apothekenangestellte und Apothekenleitungen –, weil wir der Politik und der Öffentlichkeit zeigen wollen: Apothekenteams stehen immer an vorderster Stelle in der Gesundheitsversorgung! Wir haben ein offenes Ohr. Wir sind empathisch. Wir arbeiten professionell. Und wir lassen uns auch bei Lieferengpässen immer eine Lösung einfallen!«

Dieser Einsatz gehe oft über den staatlichen Auftrag hinaus, so May. Aber die zuständigen Ministerien sperrten sich bislang gegen eine faire Honorierung der Apotheken. May forderte die Politik auf, jetzt zu handeln, um die öffentlichen Apotheken zu stärken: »Es geht um das Wohl der Patientinnen und Patienten! Es geht um den Erhalt unserer Ausbildungsbetriebe! Es geht um unsere Arbeitsplätze und deren angemessene Gehälter.«

Auch Rüdinger, die Vorsitzende des Berliner Apotheker-Vereins, wandte sich in ihrer Rede an die Politik: »Schaffen Sie endlich die notwendige finanzielle Basis für gerechte Löhne für unsere hochmotivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.«

Bundesweit hohe Beteiligung

Mit rund 85 bis 90 Prozent geschlossenen Apotheken war die Beteiligung am Protesttag sehr hoch. Das ist auch für die Apothekenteams selbst ein wichtiges Zeichen des Zusammenhalts in schwierigen Zeiten. Die Resonanz in den sozialen Medien war schier überwältigend.

Bei den überregionalen Medien seien dagegen teilweise noch dicke Bretter zu bohren, was die Situation der Apotheken und speziell der Apothekenangestellten angeht, so die Einschätzung von Adexa-Bundesvorstand Tanja Kratt. Hier müssten insbesondere auch Leistungen und Arbeitsbedingungen von PTA und PKA stärker bekannt gemacht werden.

Am 13. Juni hatte sich May in Berlin mit dem SPD-Gesundheitspolitiker und zuständigen Berichterstatter für Apotheken, Dirk Heidenblut, getroffen, um mit ihm über die Interessen der Apothekenangestellten zu sprechen. Für Adexa sei klar, betont May: »Um die aktuellen Herausforderungen zu stemmen und die Vor-Ort-Apotheke als Arbeitsplatz attraktiv und zukunftssicher zu gestalten, sind die Apothekenangestellten auf die Unterstützung der Politik angewiesen.«

Außerdem hatte sich May am Vortag des Protestes mit ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening über gemeinsame Themen ausgetauscht. Beiden war wichtig, dass am 14. Juni auch die Apothekenangestellten in den Fokus der Öffentlichkeit rücken.

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