| Isabel Weinert |
| 09.04.2026 12:00 Uhr |
Bei der Entstehung von Typ-2-Diabetes gibt es Unterschiede zwischen Frau und Mann. / © Adobe Stock/Robert Kneschke
»Männer erkranken häufig früher – oft schon bei geringerem Übergewicht. Frauen entwickeln einen Typ-2-Diabetes dagegen meist später, dann häufig bei stärkerem Übergewicht und mit ausgeprägteren Stoffwechselstörungen«, so die DDG. Während sich Fett bei Männern vor allem viszeral im Bauchraum ablagert, setzt es sich bei Frauen häufiger auf Hüften und Oberschenkel – ein entscheidender Unterschied, fördert doch das viszerale Fett die Insulinresistenz, Hüft- und Beinfett hingegen kaum.
Die Unterschiede führen dazu, dass Männer etwa drei bis vier Jahre früher als Frauen Typ-2-Diabetes entwickeln. Das macht es für Frauen aber nicht besser, denn sie hätten oft bereits über Jahre eine nicht erkannte Insulinresistenz entwickelt, so Dr. Julia Szendrödi, DDG-Präsidentin und Ärztliche Direktorin der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie, Stoffwechselerkrankungen und Klinische Chemie am Universitätsklinikum Heidelberg. Sie weist darauf hin, dass man aus der Praxis wisse, dass Frauen ihre Gesundheit im mittleren Lebensalter oft vernachlässigten, weil sie sich auf die Arbeit für die Familie fokussierten. Umso wichtiger sei es, Frauen mit Risiken wie einem Gestationsdiabetes in der Vorgeschichte oder in hormonellen Umstellungsphasen gezielt zu screenen. Geschlechterspezifische Unterschiede müssten stärker berücksichtigt werden.