PTA-Forum online Avoxa
instagram facebook

Gefahr von Infektionen
-
Augen auf bei der Kontaktlinsenhygiene

Wer bei der Pflege seiner Kontaktlinsen keine penible Hygiene an den Tag legt, riskiert Augeninfektionen. Wie sich Kontaktlinsenträger vor zunehmend häufiger vorkommenden Erregern wie Staphylokokken, Pilzen und Amöben am besten schützen, erklärte Professor Dr. Gerd Geerling gestern bei der Vorabpressekonferenz der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, anlässlich des Jahreskongresses der Fachgesellschaft.
AutorKontaktElke Wolf
Datum 22.09.2023  15:50 Uhr

Es sind vor allem die Träger weicher Kontaktlinsen, bei denen sich neben regulären Bakterien auch seltene Infektionserreger wie Amöben und Pilze finden. »Vermehrt bei ansonsten gesunden jungen Frauen finden sich heute diese Erreger und können teils sehr hartnäckige Infektionserkrankungen der Hornhaut und des Augeninneren auslösen, die eine monatelange Behandlung mit Augentropfen und Tabletten erfordern«, sagte Geerling. Bei besonders schweren Verläufen könne gar eine Hornhauttransplantation oder die Entfernung eines Auges notwendig werden.

Um solche Infektionen zu vermeiden, ist eine penible Einhaltung von hygienischen Maßnahmen erforderlich. »Die wichtigste Regel: Bevor man mit den Haftschalen in Berührung kommt, sind stets die Hände zu waschen.« Das gelte im Übrigen auch bei der Verwendung von Tageslinsen, die täglich weggeworfen und neu eingesetzt werden. Bei diesen bestehe zudem die erhöhte Infektionsgefahr darin, dass sie gerne länger als empfohlen, zum Beispiel ununterbrochen über Nacht, getragen würden, weiß der Experte.

An den Kontaktlinsen selbst sammeln sich mit der Zeit Schmutz und Keime. »Deshalb ist die tägliche Desinfektion mit der kompatiblen Reinigungs- und Aufbewahrungsflüssigkeit enorm wichtig«, betont der Augenarzt. Zusätzlich rät Geerling zur manuellen Reinigung: »Dazu die Kontaktlinsen auf die gereinigte Handinnenfläche legen und einige Tropfen Reinigungsmittel sanft mit der Fingerspitze auf der Linse verreiben, danach die Linsen mit Kochsalzlösung abspülen.« Ist eine Kontaktlinse beschädigt oder verschmutzt, sofort entsorgen.

Die Hygienemaßnahmen sind nicht auf die Linsen beschränkt, sondern müssen auch das Aufbewahrungsgefäß umfassen. »Ein Eldorado für Bakterien. Sie können dort einen Biofilm bilden, eine richtige Bakterienfalle.« Wichtig dabei ist: Niemals mit Leitungswasser reinigen – weder Behälter noch Kontaktlinsen. »Leitungswasser ist nicht steril, es enthält Mikroorganismen, Metallpartikel, Chlor und andere Stoffe«, informiert Geerling. »Wer Haftschalen damit reinigt oder darin aufbewahrt, riskiert, dass sich Keime an der Linse festsetzen.« Am besten ist es, den Behälter mit der Desinfektionslösung auszuspülen und an der Luft trocknen zu lassen. Nach drei Monaten sollte das Gefäß gegen ein neues ausgetauscht werden.

TEILEN
Datenschutz

Mehr von Avoxa