PTA-Forum online Avoxa
instagram facebook
Multiple Sklerose

Am Anfang unspezifisch

Datum 15.06.2018  16:52 Uhr

Gefühlsstörungen in den Beinen, ab­norme Ermüdung oder Sehstörungen wie Doppelbilder: Die ersten Symptome der Multi­plen Sklerose (MS) sind oft unspezifisch.

»Da die Krankheit aus schein­barer Gesundheit heraus beginnt, werden die ersten, wenig charakteristischen Symptome von Patienten oft nicht ernst genommen«, sagte Apotheker Kai Girwert Ende Mai beim inter­nationalen Fort­bil­dungs­kon­gress Pharmacon in Meran. Durchschnittlich wird die Diagnose erst drei Jahre nach dem Auftreten der ersten Symptome gestellt.

Um das Fortschreiten der Krankheit zu verhindern, sollte die Behandlung so früh wie möglich beginnen. MS verläuft meist in Schüben. Viele MS-Therapeutika ver­längern­ die Zeit bis zum nächsten Krankheitsschub. Das bedeutet umgekehrt, dass sie in Zeiten eingenommen werden, wenn der Patient gerade keine akute Verschlechterung spürt. »Hier müssen wir oft Überzeugungsarbeit leisten und mit den Patienten über ihre Ängste sprechen«, sagte der Apotheker.

Sachliche Informationen helfen dem Patienten, die Arzneimittel korrekt­ anzuwenden. Beispielsweise würden Interferone oft besser ver­tragen, wenn die Haut vor der Selbstinjektion gekühlt wird. Die Injektionslösung hin­gegen sollte Raumtemperatur haben­. Werden Inter­ferone abends gespritzt, können Patienten die grippe­artigen Neben­wirkungen teilweise verschlafen.

MS ist die häufigste entzündliche Erkrankung des Zentralen­ Nerven­systems, die bei jungen Erwachsenen oft zu Behinderungen und Berufs­unfähigkeit führt. Sie betrifft rund 120 000 Bundesbürger. Die Krankheit beginnt­ oft zwischen dem 15. und 45. Lebensjahr. Die Symptome sind individuell unter­schiedlich, deshalb wird MS auch als »Krankheit mit 1000 Gesichtern« bezeichnet. (ABDA)

TEILEN
Datenschutz