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Langes Stillen wirkt sich vielfach positiv aus

Datum 24.08.2015  11:04 Uhr

Von Annette van Gessel / Die Ergebnisse einer aktuellen prospektiven Kohortenstudie ACCESS (Asia-Pacific Crohn’s and Colitis Epidemiology Study) in acht asiatischen Ländern und in Australien lassen neue Zusammenhänge vermuten: Wer als Kind wenigstens ein Jahr lang stillt wurde, verringert damit mög­licherweise die Wahrscheinlichkeit, später an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa zu erkranken.

Die Forscher um die Gastroenterologin Professor Siew C. Ng von der Chinesischen Universität in Hongkong und deren Kollegen werteten insgesamt die Fragebögen von 442 Patienten mit chronisch-entzündlicher Darmerkrankung aus. Alle Teilnehmer hatten im Zeitraum zwischen 2011 und 2013 die Diagnose Morbus Crohn (n = 186) oder Colitis ulcerosa (n = 256) erhalten.

Den Teilnehmern wurden insgesamt 87 Fragen aus 25 verschiedenen Bereichen zu möglichen Risiko­faktoren für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen gestellt. Mit ihren Fragen erfassten die Forscher vor allem Faktoren, die sich auf die ersten 20 Lebensjahre der Studienteilnehmer bezogen, unter anderem Stillen, Appendektomien, Impfen, das Zusammenleben mit Haus­tieren, Ernährungs- und Rauch­gewohnheiten, Verfügbarkeit von sauberem, warmem Wasser oder Toiletten sowie Bewegung.

Am meisten beeindruckt hat die Gastroenterologen der schützende Effekt des Stillens: Unter Ausschluss anderer Faktoren, die das Ergebnis verfälschen könnten, ist demnach die Wahr­scheinlichkeit, an Morbus Crohn zu erkranken, um 90 Prozent und bei Colitis ulcerosa um 84 Prozent verringert, wenn die Befragten mindestens zwölf Monate lang gestillt worden waren.

Auch das Zusammenleben mit Hunden reduziert möglicherweise die Wahrscheinlichkeit, an Morbus Crohn zu erkranken, um etwa die Hälfte. Im Unterschied zu bisherigen Studien entdeckten die Ärzte jedoch keinen entsprechenden Zusammenhang beim Zusammenleben mit Katzen.

Möglicherweise verringern Mikroorganismen der Hunde, mit denen die Kinder schon früh im Leben in Kontakt kommen, die Entwicklung der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung, wie Ng und ihre Kollegen vermuten. /

Quelle: GUT.BMJ

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