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Arbeitsschutz
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Außenarbeiter haben Recht auf Hautkrebsvorsorge

Arbeitnehmer, die viel im Freien tätig sind, haben seit 2019 das Recht auf eine regelmäßige arbeitsmedizinische Hautkrebsberatung und -untersuchung. Auf dieses neue, doch vielen Arbeitnehmern noch nicht bekannte Angebot weisen Hautärzte anlässlich der heute startenden bundesweiten Aktionswoche »haut+job« hin.
AutorKontaktKatja Egermeier
Datum 09.11.2020  16:30 Uhr

Ob Beschäftigte in der Bauindustrie, der Landwirtschaft oder Briefträger, ob Angestellte im öffentlichen Dienst oder Grünanlagen- und Kindergartenbedienstete: Wie der Berufsverband der Deutschen Dermatologen mitteilt, erkranken immer mehr Außenarbeiter an Plattenepithelkarzinomen (weißer Hautkrebs) oder multiplen aktinischen Keratosen als Vorstufen des hellen Hautkrebses, die durch natürliche UV-Strahlung hervorgerufen werden. Diese Erkrankungen sind im Januar 2015 als Berufskrankheit Nummer 5103 (BK 5103) in Anlage 1 der Berufskrankheiten-Verordnung aufgenommen worden.

Laut Professor Swen Malte John, Leiter der Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitswissenschaften an der Universität Osnabrück wird geschätzt, dass die Verdachtsmeldungen auf die BK 5103 im vergangenen Jahr erstmals die 10.000er-Marke geknackt haben. Im Jahr davor, 2018, habe es gut 9.900 Meldungen gegen. Damit stehe der helle Hautkrebs in Deutschland nun an dritter Position bei den Meldungen von Berufskrankheiten, an zweiter Position bei den anerkannten Berufskrankheiten und auf dem ersten Platz bei den beruflichen Krebserkrankungen.

Über 5 Millionen Beschäftigte vorsorgeberechtigt

»Diese Definition erfüllen mehr als 5 Millionen Beschäftigte in Deutschland, die damit vorsorgeberechtigt sind«, erklärt John. Gemäß der derzeit geltenden Arbeitsmedizinischen Vorsorge-Verordnung (ArbMedVV) kann die Angebotsberatung alle 3 Jahre in Anspruch genommen werden. Dabei führen Arbeitsmediziner die Beratung und die Untersuchung durch und holen bei unklaren Hautbefunden den Rat eines Hautarztes ein. Arbeitnehmer können die Vorsorge auch ablehnen.

Für Professor John ist diese Angebotsvorsorge ein bedeutender erster Schritt in die richtige Richtung. »Nur durch frühzeitige Aufklärung über die Folgen von UV-Strahlung in Verbindung mit konsequentem Sonnenschutz an Außenarbeitsplätzen können wir die derzeit weiter steigenden Zahlen beim berufsbedingten Hautkrebs langfristig senken.« Darüber hinaus bestehe die Hoffnung, dass dieses betriebliche Angebot auch »Vorsorgemuffel« mobilisiert werden, die sonst die gesetzliche Hautkrebsfrüherkennung nicht wahrnehmen.

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