PTA-Forum online Avoxa
instagram facebook

Ursachen und Behandlung
-
Burnout erkennen und ernst nehmen

Patienten, die sich niedergeschlagen, unkonzentriert und stark erschöpft fühlen, suchen häufig erst einmal Rat in der Apotheke. Hier gilt es, aufmerksam zu sein und bei länger andauernden Beschwerden gezielt das Gespräch zu suchen. Gerade die besonderen Belastungen, die derzeit die Pandemie mit sich bringt, können in einen Burnout münden.
AutorKontaktKatja Egermeier
Datum 18.02.2021  16:00 Uhr

Dazu zählt unter anderem das Arbeiten im Homeoffice, das in Pandemie-Zeiten für viele schon Normalität geworden ist. Es bringt zahlreiche Vorteile mit sich, aber auch Gefahren. Denn am gleichen Ort zu leben und zu arbeiten kann auf Dauer auslaugen, vor allem wenn es – wie zurzeit durch Pandemie und Lockdown bedingt – schwer ist, eine gute Work-Life-Balance zu finden. Davor warnt ein medizinischer Online-Ratgeber in einer Pressemitteilung.

Ursachen eines Burnouts

Ein Burnout ist der Online-Arztpraxis Zava zufolge keine Krankheit an sich, erhöht als eine Art »Vorstufe« jedoch das Risiko, schwerwiegend psychisch oder körperlich zu erkranken. Risikofaktoren können dabei innerlicher (Persönlichkeitsmerkmale) und äußerlicher Natur (arbeitsplatzbezogene Umstände) sein.

So ist es beispielsweise im Homeoffice häufig schwer, Arbeit und Privatleben voneinander abzugrenzen. Dazu kommt, dass die Möglichkeiten eines privaten Ausgleichs zurzeit stark begrenzt sind. Geschlossene Einrichtungen wie Kinos, Fitnessstudios oder Restaurants sowie die stark beschränkte Möglichkeit, sich mit Freunden oder der Familie zu treffen, bringen das »Leben neben der Arbeit« unter Umständen ganz zum Erliegen.

Die Folge: Der Beruf gewinnt immer mehr an Gewicht, Belastungsgrenzen werden nicht beachtet, Selbstwert und Zufriedenheit hängen nahezu ausschließlich vom Job ab. Das führt dem medizinischen Ratgeber Zava zufolge zu Zweifeln am Sinn des eigenen Handelns und zu Zielen, die nicht den eigenen Bedürfnissen, sondern den Erwartungen anderer entsprechen.

Neben diesen, durch die aktuelle Situation wohl in den Vordergrund gerückten Faktoren, gibt es noch zahlreiche weitere innere Ursachen, die die Entstehung eines Burnouts begünstigen:

  • wenig Selbstbewusstsein
  • Selbstwert wird nur durch Arbeitserfolge gestärkt
  • überhöhte Selbstansprüche
  • starkes Streben nach sozialer Belohnung
  • übermäßig ausgeprägter Ehrgeiz
  • nicht Nein sagen können
  • Arbeitsmoral »bis zum Umfallen«
  • Nicht-Akzeptanz eigener Schwächen

Die äußeren Ursachen, die eine entscheidende Rolle bei der Entstehung eines Burnouts spielen, sind:

  • zu hohes Arbeitsaufkommen
  • wenig Selbstbestimmung
  • sinnlos erscheinende Aufgaben
  • viel Kontrolle von außen
  • wenig Anerkennung oder Lob
  • fehlendes Gemeinschaftsgefühl
  • Ungerechtigkeiten und Konflikte
  • Schlechte Work-Life-Balance
»Seelische Probleme verdienen es, genauso ernst genommen zu werden wie körperliche Leiden«
Zava, Anbieter telemedizinischer Leistungen, www.zavamed.com

Häufigste Symptome eines Burnouts

Ein Burnout kann sich in zahlreichen Symptomen äußern, die jedoch nicht immer gleichzeitig auftreten und sehr unterschiedlich verlaufen können.

  • tiefe körperliche und seelische Erschöpfung
  • ausgeprägte Müdigkeit, Energiemangel
  • Verbitterung, Zynismus
  • kein Abschalten
  • Innere Distanz gegenüber den eigenen Gefühlen
  • Leistungsminderung z.B. durch Konzentrationsstörungen
  • Ein- und Durchschlafstörungen, Albträume
  • Depressionen

Nicht selten werde ein Burnout neben den nachfolgend aufgeführten Symptomen auch von körperlichen Anzeichen begleitet. Dazu gehören:

  • häufige Erkältungen und erhöhte Neigung, krank zu werden
  • Muskelverspannungen
  • Rücken- und Kopfschmerzen
  • Verdauungsbeschwerden, Magenschmerzen, Übelkeit
  • hoher Blutdruck, Puls
  • veränderte Ernährungsgewohnheiten oder Gewicht
  • verringerte Aktivität
  • verstärktes Verlangen nach Suchtmitteln

Hilfe bei Burnout

Wer einen Burnout bei sich vermutet, sollte umgehend einen Arzt oder Psychotherapeuten aufsuchen, rät die Plattform Zava. Diese könnten feststellen, ob sich der Betroffene im Zustand eines Burnouts befindet oder schon eine psychische Erkrankung vorliegt. Eine frühzeitige Behandlung sei bei Burnout sehr wichtig.

Zava rät zudem, sich auch bei seelischen Beschwerden nicht zu scheuen, einen Arzt aufzusuchen. Während dies bei körperlichen Beschwerden selbstverständlich sei, befürchteten viele bei psychischen Symptomen, ihre Beschwerden würden als Lappalie oder man selbst als »nicht belastbar« oder »verrückt« abgetan. Tatsächlich untersuchten und behandelten Hausärzte jedoch sehr viele Patienten mit psychischen Leiden.

In dieser Hinsicht sollten auch PTA ihre Kunden bestärken, sofern bei diesen der Verdacht auf einen Burnout oder eine anderweitige psychische Belastung besteht. Ein sinnvoller Hinweis für den Arztbesuch könnte sein, vor dem Gespräch Notizen über Symptome und Verlauf zu machen und diese gegebenenfalls dem Hausarzt einfach in die Hand zu geben. Denn nicht selten fällt das Sprechen über seelische Beschwerden schwer.

TEILEN
Datenschutz

Mehr von Avoxa