| Isabel Weinert |
| 09.02.2026 14:00 Uhr |
Aus Sicht des BVpta ist es enttäuschend, dass der Bundesrat die PTA-Vertretung pauschal ablehnt, anstatt die ursprünglich vorgesehenen qualitativen Sicherungsmechanismen weiterzuentwickeln. / © Adobe Stock/gpointstudio
Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Referentenentwurf zur PTA-Vertretung bereits deutliche Einschränkungen gegenüber dem ursprünglichen Kabinettsentwurf enthielt. Der Bundesrat begründet seine Ablehnung unter anderem mit der unterschiedlichen Qualifikation von PTA und approbierten Apothekerinnen und Apothekern sowie möglichen Risiken für Arzneimittelsicherheit und Beratungsqualität. Der BVpta teilt die Einschätzung, dass diese Qualifikationsunterschiede klar benannt und respektiert werden müssen. Er sieht darin jedoch keinen Widerspruch zu einer streng geregelten, qualifikationsgebundenen PTA-Vertretung.
»Wir haben von Anfang an betont: Eine PTA-Vertretung darf keine Gleichsetzung mit der Approbation sein. Genau deshalb haben wir uns für eine verbindliche Weiterqualifizierung, klare Zuständigkeiten und enge Grenzen ausgesprochen.« Aus Sicht des Verbandes ist es enttäuschend, dass der Bundesrat die PTA-Vertretung pauschal ablehnt, anstatt die ursprünglich vorgesehenen qualitativen Sicherungsmechanismen weiterzuentwickeln. Dass sich der Bundesrat nun auch noch gegen diese bereits sehr restriktive Regelung positioniert, lässt aus Sicht des BVpta nur einen Schluss zu: Den PTA wird diese Verantwortung offenbar nicht zugetraut.
Es ist das wiederholte Signal, dass über unsere Berufsgruppe entschieden wird, ohne sich ernsthaft mit unseren Entwicklungs- und Zukunftsperspektiven zu befassen. Die Vertretung war für uns nie das einzige Ziel; wir waren offen für Alternativen, für andere Wege der Weiterqualifizierung und Aufgabenerweiterung. Doch statt Lösungen oder neuer Angebote erleben wir erneut Stillstand. So gehen wir am Ende komplett leer aus.
Ein kategorisches Nein hilft weder den Apotheken vor Ort noch der Versorgung der Patientinnen und Patienten. Was wir brauchen, sind tragfähige Konzepte mit klaren Qualifikationsanforderungen, nicht Stillstand«, so die Mitglieder des Vorstandes.
Indem sich nun anschließenden parlamentarischen Verfahren werden wir nochmals an die Abgeordneten appellieren, die Diskussion über die PTA-Vertretung offen, faktenbasiert und ohne Vorfestlegung zu führen.
»Jetzt darf es nicht beim Abwarten bleiben. Der Bundestag hat nun die Chance, eine Lösung zu entwickeln, die Qualität sichert, Verantwortung klar regelt und den PTA-Beruf nicht ausbremst, sondern sinnvoll weiterentwickelt, im Schulterschluss mit der Apothekerschaft.« Der BVpta wird auch das Gespräch mit der Bundesgesundheitsministerin suchen und steht für den weiteren Dialog selbstverständlich bereit.