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ABDA-Kampagne
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BVpta kritisiert Video zur Apothekenreform

Anfang Oktober startete die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände eine Kampagne zu den Folgen der umstrittenen Apothekenreform, die unter anderem die »Apotheke ohne Apotheker« vorsieht. Ein Video stößt beim Bundesverband PTA (BVpta) auf Ablehnung, der PTA-Beruf werde dadurch abgewertet. Die ABDA sieht dies anders. 
AutorKontaktPTA-Forum
Datum 18.10.2024  14:00 Uhr

Der BVpta habe anlässlich des Videos zahlreiche empörte Nachrichten von Mitgliedern und Nichtmitgliedern erhalten. »Dieses Video stellt aus unserer Sicht eine Abwertung des PTA-Berufes dar und birgt die Gefahr, einen Keil zwischen die Berufsgruppen Apotheker und PTA zu treiben«, schreibt Anja Zierath, Bundesvorsitzende BVpta, in einer Mitteilung auf der Website des Verbandes.

Im Video werde nicht zwischen Schmerzmitteln und Betäubungsmitteln differenziert. »Warum suggeriert die ABDA dem Laien, dass eine PTA nicht in der Lage sei, Schmerzmittel abzugeben?«, fragt Zierath. Dies sei eine Täuschung der Patienten.

Außerdem stört sich der BVpta an der im Video dargestellten »farblich degradierenden Berufskleidung«. Während die Apothekerin einen weißen Kittel trägt, hat die PTA eine hellgrüne Bekleidung. »Wir tragen in der Apotheke alle die gleiche Berufsbekleidung!«, kommentiert Zierath.

Auch der BVpta stehe dazu, dass es keine Apotheke ohne Apotheker geben soll, aber es dürfe auch keine Apotheke ohne PTA geben. Diese zählten schließlich zur größten Berufsgruppe der Apotheke und verdienten »ein hohes Maß an Wertschätzung«.

»Es tut nicht Not, in einem Video auf polemische Weise darzustellen, was eine PTA laut Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) alles nicht ›darf‹«, schreibt Zierath. »Wir sind ein Team in der Apotheke. Es funktioniert nur Hand in Hand und Seite an Seite! Dafür kämpfen wir, der BVpta!« Abschließend bittet der BVpta darum, das Video aus der Kampagne zu entfernen und den PTA-Beruf mehr wertzuschätzen.

ABDA: Keine Abwertung des PTA-Berufs

»Mit unserem Kampagnenvideo wollen wir leicht verständlich und anschaulich erklären, welches Versorgungsszenario droht, wenn sich das Bundesgesundheitsministerium mit seinen Plänen durchsetzt«, teilt Benjamin Rohrer, Pressesprecher der ABDA, auf Nachfrage mit. »Eine Apotheke ohne Apothekerinnen und Apotheker führt zu massiven Leistungskürzungen für die Patientinnen und Patienten, weil es zahlreiche Leistungen gibt, die nur approbierte Fachkräfte erbringen dürfen.«

Rohrer: »Mitnichten will die ABDA mit dem Kampagnenvideo den PTA-Beruf abwerten oder minderwertig darstellen. PTA sind ein unverzichtbarer Bestandteil jedes Apothekenteams – ohne PTA wäre die Versorgung in den Apotheken nicht möglich. Die Leistungen der PTA sind eine unentbehrliche Ergänzung zu den apothekerlichen Kompetenzen.«

Die ABDA setze sich dafür ein, die inhabergeführte Apotheke vor Ort, in der jederzeit Apothekerinnen und Apotheker anwesend sind, zu erhalten. Wenn diese Instanz wegbreche, »wird es auch für PTA keinen Arbeitsplatz mehr geben«.

»Auch der BVpta und die Adexa haben das erkannt und sich nach Bekanntwerden des Referentenentwurfes klar gegen apothekerlose Scheinapotheken ausgesprochen«, so Rohrer weiter. »Denn beide Berufsgruppen, PTA und Apotheker/-innen, brauchen einander. Klar ist also: Die ABDA fährt keine Anti-PTA-Strategie, sie fährt eine Pro-Apotheke-Strategie.«

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