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Anforderungen gemäß ApBetrO
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Cannabis sicher auf Identität prüfen

Rund 80 Prozent aller Cannabis-Arzneimittel, die in Apotheken abgegeben werden, sind Rezepturen. Wie bei allen Rezepturen muss in der Apotheke die Identität der Ausgangsstoffe geprüft werden. Apotheker Markus Hanl stellte in der Pharma-World auf der Expopharm verschiedene Methoden vor, mit denen die Identität von Cannabis geprüft werden kann.
AutorKontaktVerena Schmidt
Datum 29.09.2023  11:30 Uhr

»Die Apotheke ist Hersteller des Arzneimittels und damit für dessen Qualität verantwortlich«, verdeutlichte Hanl. Er arbeitet in der Lux 99 Apotheke in Hürth, die monatlich rund 1500 Patienten mit Cannabis versorgt. Wenn ein geeignetes Prüfzertifikat vorliegt, sei laut Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) mindestens eine Identitätsprüfung vorgeschrieben, berichtete der Apotheker. Analytisch relevant sind die beiden Inhaltsstoffe Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). Anhand des Verhältnisses der beiden Stoffe ließen sich Extrakte und Blüten einer von drei Produktgruppen zuordnen: THC-dominant, THC/CBD ausgeglichen oder CBD-dominant, so Hanl.

Die Identitätsprüfung soll prinzipiell nach dem Deutschen Arzneibuch (DAB) erfolgen. Aber auch alternative Methoden können laut ApBetrO genutzt werden, wenn mit ihnen die gleichen Ergebnisse erzielt werden. Der DAC bietet etwa eine alternative Identifizierungsmethode per Dünnschichtchromatografie (DC) an. »Wir führen in unserer Apotheke eine vereinfachte DC nach DAC durch«, berichtete Hanl. Ob das zulässig ist, sollte man aber sicherheitshalber individuell prüfen und eventuell Rücksprache mit der Apothekenaufsicht nehmen, riet er.

»Manche Apotheken machen eine solche Identifizierungsprüfung vielleicht nur einmal im Monat, der Wunsch nach alternativen Methoden ist groß«, sagte Hanl. Genutzt werden häufig Immunoassay-Teststreifen für THC, die eigentlich für Urin-Tests gedacht sind. »Die Teststreifen sind schnell und einfach anzuwenden, aber man kann nur THC nachweisen«, so der Apotheker. Bei Phytopharmaka hält er sie deshalb für ungeeignet. Die Teststreifen hätten eine sehr hohe Empfindlichkeit und lieferten teils auch falsch positive Ergebnisse bei CBD-dominanten Produkten. Zum Abschluss stellte Hanl eine weitere Methode, den CannaFix-ID® THC/CBD-Schnelltest, vor, der die beiden Substanzen mittels Farbreaktion (THC mittels Echtblausalz, CBD mit dem sogenannten »Beam-Test«) nachweist. Dieser eigne sich für Blüten, Extrakte sowie Dronabinol und CBD.

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