Kaum ein Tag am HV-Tisch vergeht ohne eine Frage zu Halsschmerzen. Mit den passenden Wirkstoffen und ein paar hilfreichen Tipps lassen sich die Beschwerden meist gut in den Griff bekommen.
bei stärkeren Beschwerden: systemische Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Naproxen als Tablette oder Saft (bei Kindern)
Physikalischer Schutzfilm
Schleimdrogen wie Isländisch Moos (Isla®), Eibisch (Lemocin® Prohydro), Primelwurzel (Ipalat®) sowie Hyaluronsäure (GeloRevoice®), Carbomere oder Xanthane bilden einen schützenden Film auf der Schleimhaut.
Auch bei nicht infektiöser Heiserkeit (zum Beispiel Vielsprecher) hilfreich.
Umstritten
Lokalantiseptika wie Cetylpyridiniumchlorid, Chlorhexidin, Hexetidin, Benzalkoniumchlorid oder Dequaliniumchlorid werden laut der Leitlinie nicht mehr empfohlen.
Wirkung gilt als »nicht nachvollziehbar und nicht sinnvoll«, da meist virale Infekte.
Zudem nur oberflächliche Wirkung, während sich die Infektion oft in tieferen Geweben abspielt.
Gurgeln, sprayen oder lutschen
Entscheidend ist der Kontakt zur Schleimhaut.
Sprays sind einfach anzuwenden, erreichen aber selten Mandeln oder hintere Rachenwand.
Lutschtabletten fördern durch Speichelfluss die Verteilung des Wirkstoffs bis in den hinteren Rachen.
Kinder nur dann mit Lutschtabletten behandeln, wenn sie diese sicher lutschen können.
Gurgellösungen erreichen die hintere Rachenschleimhaut besser als Lutschtabletten, sollten möglichst lange im Mund behalten werden.
Schleimhäute feucht halten durch …
viel trinken
Lutschen zuckerfreier Bonbons
Luftfeuchtigkeit von circa 80 Prozent
regelmäßig inhalieren: Wasserdampf, eventuell mit entzündungshemmenden ätherischen Ölen wie Kamille oder Salbei
Weitere nicht-medikamentöse Maßnahmen
wärmende Halswickel
(Passiv-)Rauch vermeiden
bei Heiserkeit möglichst weder sprechen noch flüstern
körperliche Schonung
Grenzen der Selbstmedikation
starke Schluckbeschwerden, Fieber > 39 °C, geschwollene Lymphknoten oder eitrige Mandeln
Patienten unter Immunsuppression, Chemotherapie oder Cortison
bei Beschwerden, die länger als zwei bis drei Wochen andauern
Schwangere, Kinder unter 6 Jahren
bei Atemnot, pfeifenden Atemgeräuschen oder Zyanose (Blaufärbung der Haut oder Schleimhaut durch Sauerstoffmangel) umgehend zum Arzt