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Hoffnung für ältere Menschen
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Depressionen auch im Alter gut behandelbar

Unlängst hat der frühere Trigema-Chef Wolfgang Grupp einen Suizidversuch öffentlich gemacht und von seiner Altersdepression berichtet. Für eine solche Erkrankung gibt es gute Heilungschancen.
AutorKontaktdpa
Datum 22.09.2025  08:00 Uhr

Auch ältere Menschen sind einer Depression nicht hilflos ausgeliefert und haben gute Heilungschancen. »Je früher sie erkannt wird, desto besser kann sie behandelt werden«, sagte Vjera Holthoff-Detto, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Dresden, der Nachrichtenagentur dpa. Gerade bei älteren Menschen sei aber Eile geboten. »Jeder Monat Depression schröpft die körperlichen und mentalen Reserven. Die sind bei Älteren beschränkter.«

Nach Angaben der Professorin sind Demenz und Depressionen die beiden häufigsten mentalen Erkrankungen bei Älteren. Manchmal seien beide am Anfang sogar schwer zu unterscheiden. Bei der Depression im Alter kämen häufig kognitive Störungen hinzu. »Bei bis dahin gesunden Menschen können sich Aufmerksamkeitsstörungen und Gedächtnisstörungen einstellen. Auch aktuelle Erinnerungen sind mitunter schwer zugänglich.« Bestimmte Gehirnareale seien weniger aktivierbar, was zu einer Antriebsschwäche führen könne.

Depression entwickelt sich schleichend

Nach den Worten von Holthoff-Detto ist es für Betroffene mitunter gar nicht einfach, Anzeichen einer Altersdepression richtig zu deuten. Selbst Angehörige Betroffener würden manchmal davon ausgehen, dass bestimmte Veränderungen zum Alter gehören. »Eine Depression entwickelt sich langsam, schleichend. Erkrankte können keine Freude mehr an ihrem Leben empfinden, sind niedergeschlagen. Alles fällt ihnen schwer. Meist merkt die Familie erst dann, dass der oder die Betreffende früher ganz anders war.«

»Depressionen sind eine Volkskrankheit, im Alter eben auch«, sagte die Wissenschaftlerin, die schon seit vielen Jahren zum Thema Depressionen und Demenz forscht. Im Alter nähmen Depressionen sogar latent zu. Deshalb gelte es auf bestimmte Dinge zu achten, um gesünder alt zu werden. »Besonders wichtig sind soziale Kontakte. Man sollte aber auch kognitiv angeregt bleiben und sich gesund ernähren. Entscheidend ist, Symptome frühzeitig zu erkennen und ernst zu nehmen. Depression ist eine sehr gut behandelbare Krankheit.«

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