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Möglicher Übeltäter gefunden
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Der Grund für Kopfschmerzen nach Rotwein

Bei manchen Menschen verursacht schon ein kleines Glas Rotwein Kopfschmerzen, typischerweise innerhalb von 30 Minuten bis drei Stunden. Wie ein US-amerikanisches Forschungsteam nun im Fachblatt »Scientific Reports« zufolge schreibt, könnte der Übeltäter das in Rotwein vorkommende Flavonol Quercetin sein.
AutorKontaktdpa
Datum 04.12.2023  14:00 Uhr

Wenn jemand schon von wenig Rotwein Kopfschmerzen bekommt, obwohl Alkohol in vernünftigen Mengen ansonsten gut vertragen wird, könnte es sich um Problem mit dem Abbau von Quercetin handeln. Die Substanz kommt eigentlich in allen Arten von Obst und Gemüse vor und gilt als gesundes Antioxidans. Wird es jedoch zusammen mit Alkohol aufgenommen, kann es unangenehme Wirkungen entfalten: Im Körper entsteht das Abbauprodukt Quercetin-Glucuronid, das den Alkoholstoffwechsel blockiert. Dadurch sammelt sich giftiges Acetaldehyd an, das zu Hitzewallungen, Gesichtsrötungen, Kopfschmerzen und Übelkeit führt, sofern es nicht abgebaut wird. Ähnlich funktioniert das Medikament Disulfiram, das Alkoholabhängigen verschrieben wird, um sie durch solche Symptome vom Trinken abzuhalten.

Normalerweise baut ein Enzym im Körper Acetaldehyd ab. »Wir gehen davon aus, dass anfällige Menschen bereits beim Konsum von Wein mit geringen Mengen Quercetin Kopfschmerzen entwickeln – insbesondere, wenn sie bereits an Migräne oder einer anderen primären Kopfschmerzerkrankung leiden«, sagte Professor Morris Levin vom Kopfschmerzzentrum der Universität Kalifornien in San Francisco. »Wir glauben, dass wir endlich auf dem richtigen Weg sind, dieses jahrtausendealte Rätsel zu lösen.«

Ein Experte erklärt, dass der Quercetin-Gehalt in Rotwein stark variieren kann: »Quercetin wird von den Trauben im Sonnenlicht produziert. Wenn die Trauben so angebaut werden, dass sie freiliegen, erhält man eine bis zu fünfmal höhere Quercetinkonzentration«, so der Weinchemiker Professor Andrew Waterhouse.

Als nächstes wollen die Wissenschaftler Rotweine mit viel und wenig Quercetin in einer klinischen Studie am Menschen testen. »Wenn unsere Hypothese stimmt, verfügen wir über die Werkzeuge, um das Problem zu lösen«, sagte Waterhouse.

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