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DHS Jahrbuch Sucht 2025
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Deutschland hat ein Alkohol- und Tabakproblem

Alkohol wird mitunter als eher harmlos wahrgenommen, verursacht aber gesundheitliche Probleme bis hin zu Todesfällen. Expertinnen und Experten fordern angesichts neuer Daten mehr Regulierung. Auch Rauchen bleibt ein Problem.
AutorKontaktdpa
Datum 24.04.2025  15:52 Uhr

Fast jeder dritte Erwachsene raucht noch

Mehr als 30 Prozent der erwachsenen Bevölkerung rauchten laut Bericht im vergangenen Jahr. Bei Jugendlichen unter 18 Jahren ist dieser Anteil deutlich geringer, bei jungen Erwachsenen etwas geringer. »Die Zahlen sind insgesamt zu hoch, das wird zu wenig thematisiert«, sagt die Geschäftsführerin der DHS. Beim Tabakkonsum seien volkswirtschaftliche Folgekosten von 97 Milliarden Euro pro Jahr anzunehmen.

Herkömmliche Zigaretten seien eher »old school« für junge Leute, beobachtet Rummel. »Was uns Sorgen macht, sind verwandte Nikotinprodukte wie E-Zigaretten und Tabakerhitzer.« Auch wenn diese 2024 »nur« von zusammen 3,2 Prozent der Personen ab einem Alter von 14 Jahren genutzt wurden.

Illegale Drogen »um Spaß zu haben«

Laut aktuellen Schätzungen haben in Deutschland 1,2 Prozent aller Jugendlichen und 3,6 Prozent der Erwachsenen in den vergangenen zwölf Monaten vor der Befragung mindestens eine illegale Droge konsumiert, wobei Cannabis nicht mehr mitgezählt wurde. Die Lebenszeitprävalenz liege bei den Erwachsenen bei 12,3 Prozent. Vor allem Amphetamine, Ecstasy, Kokain/Crack und neue psychoaktive Stoffe spielen eine Rolle. Konsumiert wird größtenteils »um Spaß zu haben«.

Das »Jahrbuch Sucht« warnt aber auch vor einer gefährlichen Entwicklung in der klassischen Drogenszene: »Vielerorts wird in Städten und Kommunen derzeit beobachtet, dass Crack und stark wirksame synthetische Opioide wie Fentanyl in den örtlichen Drogenszenen auftauchen.« Fentanyl wirkt um ein Vielfaches stärker als Heroin. Zu Medikamentenmissbrauch macht das Jahrbuch keine Angaben.

»Sucht- und Drogenthemen müssen auf einer gesundheitspolitischen Dringlichkeitsskala ganz oben stehen«, verlangt die DHS in Hamm. Die neue Bundesregierung sei aufgefordert, die enormen Herausforderungen energisch anzugehen. Der Koalitionsvertrag von Union und SPD sei »angesichts der Dramatik des Problems definitiv ausbaufähig«, meint Rummel.

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