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Schmerzempfinden
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Die Macht der Erwartung

Wer mit einer negativen Erwartung an eine Schmerzbehandlung herangeht, wird die Schmerzen mit hoher Wahrscheinlichkeit stärker empfinden als bei einer positiven Herangehensweise.
AutorKontaktBarbara Döring
Datum 11.06.2025  16:00 Uhr

Das legt eine aktuelle Studie der Universität Essen-Duisburg nahe, für die 104 gesunde Probanden zweimal im Abstand von einer Woche einem kurzen Hitzeschmerz ausgesetzt wurden. Am Tag zuvor manipulierten sie gezielt die Erwartungshaltung der Teilnehmer, indem sie eine scheinbare Nervenstimulation an deren Haut vornahmen, die den Schmerz am Folgetag angeblich verstärken oder reduzieren sollte. Die Probanden erwarteten einen schwächeren, gleich starken oder stärkeren Schmerz, obwohl immer derselbe Temperaturreiz gegeben wurde.

Dabei zeigte sich, dass eine negative Erwartung das Schmerzempfinden stärker und länger beeinflusste als eine positive Erwartung. Teilnehmer mit negativer Erwartung bewerteten den Schmerz mit rund 11 Punkten stärker als die Vergleichsgruppe. Die positive Erwartung reduzierte die Schmerzen dagegen nur um rund 4 Punkte. In der zweiten Sitzung fielen die Ergebnisse mit 9 versus 4,6 Punkten ähnlich aus. Der Nocebo-Effekt war demnach stärker ausgeprägt als der gegenteilige Placebo-Effekt.

Laut Professor Dr. Ulrike Bingel vom interdisziplinären Zentrum für Schmerzmedizin in Essen-Duisburg sollten sich Angehörige von Gesundheitsberufen bewusst sein, dass die Art und Weise, wie sie über Behandlungen informieren, die Reaktion der Patienten darauf stark beeinflussen können.

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