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Mehr als Typ 1 und Typ 2
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Diese Diabetestypen gibt es

Diabetes mellitus umfasst verschiedene Erkrankungen, den meisten sind wahrscheinlich die Typen 1 und 2 bekannt. Wie unterscheiden sich diese und welche Faktoren können einen sekundären Diabetes auslösen?
AutorKontaktNicole Schuster
Datum 06.03.2026  14:00 Uhr

Diabetes mellitus ist ein Überbegriff für verschiedene Erkrankungen mit chronisch erhöhtem Blutzucker. Die häufigsten Formen sind der Typ‑1- und Typ‑2-Diabetes sowie der Gestationsdiabetes (Schwangerschaftsdiabetes). Daneben gibt es zahlreiche Sonderformen wie der monogenetische Typ‑MODY (Maturity-Onset Diabetes of the Young), LADA (Latent Autoimmune Diabetes of Adults) oder sekundäre Formen infolge bestimmter Grunderkrankungen oder Medikamente. In Deutschland leiden die meisten Betroffenen an Typ‑2-Diabetes.

Beim Typ‑1-Diabetes liegt ein absoluter Insulinmangel vor. Er entsteht, weil das Immunsystem die insulinproduzierenden Betazellen angreift. Typ‑1-Diabetes tritt meist bereits im Kindes- und Jugendalter auf, ist nicht heilbar und erfordert, dass sich die Patienten lebenslang Insulin spritzen. Ohne Insulin würde die Person schnell in einen lebensbedrohlichen Zustand (Ketoazidose) geraten. Bei dieser Stoffwechselübersäuerung kann der Körper Zucker nicht als Energiequelle nutzen und baut stattdessen massiv Fett ab. Dabei produziert er Ketonkörper, die das Blut übersäuern (Azidose) und das führt zu hohen Blutzuckerwerten, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Koma und zum Tod.

Der Typ‑2-Diabetes ist eine komplexe chronische Erkrankung. Zu Beginn steht oft eine Insulinresistenz. Körperzellen reagieren weniger empfindlich auf Insulin. Die Bauchspeicheldrüse produziert infolgedessen mehr Insulin. Langfristig kann sich die Betazellfunktion »erschöpfen« und es entsteht ein relativer Insulinmangel. Typ‑2-Diabetes entwickelt sich schleichend meist im Erwachsenenalter, wird jedoch zunehmend auch bei Jugendlichen beobachtet. Hauptrisikofaktoren sind Übergewicht, Bewegungsmangel, unausgewogene Ernährung und genetische Veranlagung. Zunächst reichen oft Lebensstiländerungen (Ernährung, Bewegung) zur Therapie. Auf der nächsten Stufe kommen orale Antidiabetika und schließlich auch Insulin zum Einsatz.

Es gibt verschiedene seltene Diabetestypen. Dazu zählen zum Beispiel der LADA. Das ist ein Typ‑1-Diabetes bei Erwachsenen, der schleichend auftritt. MODY-Diabetes sind monogenetische Formen, die meist jung beginnen im Alter von 20 bis 40 Jahren und durch Genmutationen der Betazellen verursacht sind. Auch Krankheiten wie chronische Pankreatitis oder Mukoviszidose, Medikamente wie Glucocorticoide oder Hormonstörungen wie das Cushing-Syndrom können sekundär einen Diabetes auslösen. Der Schwangerschaftsdiabetes tritt erstmals während der Schwangerschaft auf, wenn Hormone die Insulinwirkung beeinträchtigen.

Medikament/Gruppe Einfluss auf den Blutzucker
Glucocorticoide (zum Beispiel Prednisolon) Anstieg des Blutzuckerspiegels: Glucocorticoide steigern die Glucoseproduktion in der Leber und fördern Insulinresistenz. Deutliche Hyperglykämie wahrscheinlich. Insulindosierung muss ärztlicherseits angepasst werden.
Atypische Neuroleptika (zum Beispiel Olanzapin, Clozapin) Blutzuckeranstieg und Gewichtszunahme: Die Arzneimittel fördern Insulinresistenz und können direkt die Betazellen beeinflussen. Langzeitgebrauch erhöht das Risiko für Typ‑2-Diabetes.
Statine (zum Beispiel Simvastatin, Atorvastatin) Leichter Blutzuckeranstieg und leicht erhöhtes Diabetesrisiko. Statine können die Insulinsensitivität mindern und die Glucosetoleranz verschlechtern.
Betablocker (vor allem Metoprolol, Atenolol) Mäßig erhöhter Blutzucker: Betablocker können Alarmzeichen einer Hypoglykämie (Tachykardie, Zittern) abschwächen.
Thiazid-Diuretika (zum Beispiel Hydrochlorothiazid) Leichter bis mäßiger Anstieg des Blutzuckers, da Thiazid-Diuretika eine Insulinresistenz verstärken können.
Weitere Verschiedene Antibiotika (zum Beispiel Chinolone) und Alkohol können unvorhersehbar zu Unterzuckerungen führen.
Medikamente und ihr Einfluss auf den Blutzucker (Auswahl)
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