Es ist wichtig, dass Patientinnen und Patienten rechtzeitig umgestellt werden. Dabei muss unter anderem die Anwendung eines neuen Pens erklärt werden. / © Getty Images/FatCamera
Ein Thema in der Apotheke ist, dass in Deutschland etablierte Insulinpräparate schrittweise vom Markt genommen werden. Das ist primär eine strategische Entscheidung der großen Hersteller, die ältere Humaninsuline und bestimmte Analoga zugunsten neuerer Präparate einstellen. Der dänische Hersteller Novo Nordisk stellt beispielsweise die Produktion seiner »frühen Insuline« bis Ende 2026 komplett ein.
Bereits seit 2025 sind einige Präparate nicht mehr verfügbar beziehungsweise werden abverkauft. Dazu gehören Levemir® (Insulin detemir) in allen Darreichungsformen (FlexPen, Penfill) sowie Protaphane® (NPH-verzögertes Humaninsulin). Ab 2026 beziehungsweise 2027 folgen weitere Produkte, deren Einstellung im Jahresverlauf 2026 erfolgt: Actrapid® (kurzwirksames Humaninsulin), Actraphane® (humane Mischinsuline) und Fiasp PumpCart® (spezielle Pumpenformulierung, während andere Fiasp-Formen weiterhin erhältlich bleiben). Sanofi hat den Rückzug aus dem Bereich der Humaninsuline ebenfalls eingeleitet. Auch bei anderen Herstellern gibt es Einstellungen.
Die Hersteller begründen den strategischen Wechsel mit dem medizinischen Fortschritt. Insulinanaloga bieten häufig eine stabilere Wirkung und ein geringeres Risiko für Unterzuckerungen. Wichtig für die Beratung ist, dass die Marktrücknahmen aus wirtschaftlichen und strategischen Gründen erfolgen und nicht wegen Qualitätsmängeln oder Sicherheitsbedenken. Patienten, die eines der genannten Präparate nutzen, sollten frühzeitig mit ihrem Diabetologen über eine Umstellung der Therapie sprechen, um einen nahtlosen Übergang zu gewährleisten.