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Kein nachweisbarer Nutzen
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Dursten bei Herzinsuffizienz meist unnötig

Patienten mit Herzinsuffizienz wird mitunter geraten, nicht zu viel zu trinken. Eine allzu strenge Flüssigkeitsbeschränkung scheint jedoch unnötig zu sein, wie die niederländische FRESH-UP-Studie zeigt.
AutorKontaktBarbara Döring
Datum 17.04.2025  12:00 Uhr

Die kardiologische Leitlinie der European Society of Cardiology schlägt bei Herzinsuffizienz eine Trinkmengenrestriktion auf 1500 ml pro Tag vor, um Wasseransammlungen im Körper zu vermeiden. Diese sind bei Herzinsuffizienz einer der häufigsten Gründe für eine Krankenhauseinweisung. Ob die Empfehlung für Patienten mit stabiler, ambulant versorgter Herzschwäche wirklich sinnvoll ist, haben Forschende des Universitätsklinikums Radboud in Nijmegen im Rahmen der FRESH-UP-Studie überprüft.

Sie teilten 504 Patienten in zwei Gruppen ein: Eine hielt sich drei Monate lang an eine Flüssigkeitsrestriktion von maximal 1500 ml pro Tag, die anderen Teilnehmer durften so viel trinken, wie sie wollten. Das eine Woche lang geführte Trinktagebuch zeigte, dass Patienten mit Restriktion im Schnitt 1480 ml Flüssigkeit am Tag tranken, die andere Gruppe lag bei 1764 ml.

Zu Beginn und nach drei Monaten wurde mithilfe eines Fragebogens die Lebensqualität ermittelt. Während diese in der Gruppe ohne Einschränkung etwas stieg, sank sie bei den Patienten, die sich beim Trinken zurückhalten mussten. Keine Unterschiede gab es bei Klinikeinweisungen oder der Sterblichkeit. Patienten ohne Einschränkung empfanden zudem weniger Durst. Demnach sehen die Forschenden keinen nachweisbaren Nutzen in der Trinkrestriktion.

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