Die Empfehlung zur jährlichen Impfung gegen Influenza und Covid-19 gilt unter anderem für Menschen ab einem Alter von 60 Jahren. / © Getty Images/Juanmonino
Die EU‑Arzneimittelbehörde EMA hat den ersten Kombinationsimpfstoff gegen Covid-19 und saisonale Grippe zur Zulassung empfohlen. Der Wirkstoff solle für Menschen ab 50 Jahren zugelassen werden, teilte die Behörde in Amsterdam mit. Im nächsten Schritt muss die EU‑Kommission die Zulassung erteilen. Das gilt in der Regel als Formsache.
Der Impfstoff mCombriax® des US‑amerikanischen Herstellers Moderna wirkt nach Angaben der EMA wie bereits bewährten mRNA-Impfstoffe auch. Die enthaltene Boten-RNA (mRNA) codiert für virale Antigene (Proteine). Im Organismus von Geimpften werden diese Antigene produziert, die dann das Immunsystem anregen, Abwehrstoffe gegen die Pathogene zu bilden. Der Impfstoff kombiniert den gegen SARS-CoV-2 gerichteten Impfstoff der zweiten Generation (mNexspike®) mit dem gegen die Influenza-Viren A-H1N1, A-H3N2 und B (Victoria-Linie) gerichteten Grippeimpfstoff. Die Impfstoffzusammensetzung orientiert sich an den Empfehlungen der EMA und der Weltgesundheitsorganisation WHO für die Saison 2023/2024 und wird wie bei anderen Impfstoffen regelmäßig angepasst.
Die EMA weist darauf hin, dass Studien mit 8000 Menschen mit einem Alter ab 50 Jahre die Wirksamkeit belegt hätten. So zeigten diejenigen Personen, die mit mCombriax geimpft worden waren, einen ebenso hohen Schutz auf wie die Vergleichsgruppe, der zwei separate Impfstoffe injiziert worden waren (Spikevax® plus Efluelda® oder Fluarix®). Dabei wurde die Bildung von Antikörpern betrachtet.
Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen laut EMA Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Muskel-, Gelenk- und Kopfschmerzen, Schüttelfrost, geschwollene Lymphknoten, Übelkeit, Erbrechen und Fieber. Diese traten im Mittel zwei Tage nach der Impfung auf und hielten durchschnittlich drei Tage an.
Sowohl Grippe als auch Covid‑19 können vorwiegend die Atemwege treffen mit ähnlichen Symptomen wie Fieber, Husten, Schnupfen und Schüttelfrost. In den meisten Fällen verlaufen die Infektionen milde. Doch gerade für ältere Menschen und solche mit einem geschwächten Immunsystem können sie gefährlich sein. Bisher konnten Risikogruppen sich jährlich in Form von zwei getrennten Impfungen schützen. Eine Kombinationsimpfung könnte eine Entlastung für das Gesundheitssystem sein.