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Als PTA-Lehrerin arbeiten
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Ein klares Ziel vor Augen

Manuela Mohr ist das, was man als Herzens-PTA bezeichnen kann: Sie liebt ihre Arbeit und die Menschen, die in die Apotheke kommen. Und sie hat ein umfangreiches Wissen, das sie seit einem Jahr auch an PTA-Schülerinnen und -Schüler weitergibt. Dafür studiert die 36-Jährige »nebenher«.
AutorKontaktIsabel Weinert
Datum 09.01.2026  12:00 Uhr

Mohr hat ihre PTA-Ausbildung 2009 an der Ludwig-Fresenius Schule in Idstein begonnen und startete Anfang 2012 als frisch gebackene PTA in der Stein’schen Apotheke in Hofheim am Taunus. Noch immer mag sie ihren Beruf: »Besonders viel Freude macht mir der Umgang mit den Menschen, die Vielfalt der Themen in der Beratung, aber auch die Tätigkeiten im Labor und in der Rezeptur«, sagt sie im Gespräch mit PTA-Forum. Von Anfang jedoch war da auch der Wunsch zu lehren. »Ich wollte schon immer an einer PTA-Schule unterrichten«. Mohr hat Glück mit ihrem Vorgesetzten, Professor Dr. Martin Pfaffendorf, der ihre Pläne von Anfang an kannte und sie darin unterstützt, sie umzusetzen.

Diese Chance bot sich 2022 – da erfuhr sie von Pfaffendorf, dass sie die Möglichkeit hätte, Medizinpädagogik zu studieren und mit diesem Studium dann als PTA-Lehrerin arbeiten könnte, auch in anspruchsvollen Fächern und auch an Berufsschulen. Denn PTA können nicht einfach so jedes Fach lehren. Die gewünschten Voraussetzungen unterscheiden sich von Schule zu Schule und sind nicht bundeseinheitlich geregelt. In Hessen brauchen PTA eine pädagogische Zusatzqualifikation und mehrjährige Berufserfahrung, um als Lehr-PTA zu arbeiten. Aber auch dann beschränkt sich ihre Lehrtätigkeit in der Regel auf den fachpraktischen Unterricht.

Mohr wollte mehr und studiert an der Carl Remigius Medical School in Frankfurt am Main Medizinpädagogik, ohne ihren Hauptberuf ruhen zu lassen. Dafür braucht man Energie und Durchhaltevermögen. Mohr beweist beides, hat Januar 2025 ihren Bachelor abgeschlossen und studiert nun im Masterstudiengang, den sie voraussichtlich Januar 2027 beenden wird.

Das Studium vermittelt Kommunikationstechniken, die Präsentation von Lehrinhalten, Methoden der Pädagogik, die Nutzung digitaler Medien zur Wissensvermittlung und wissenschaftliches Arbeiten. »Letzteres finde ich besonders spannend, aber auch herausfordernd«, so Mohr. Hilft ihr das Gelernte auch im Umgang mit Kunden und Kollegen? »Kommunikationsstrategien sind ein wesentlicher Bestandteil des Studiums. Diese Methoden lassen sich natürlich auch anwenden beim Umgang mit Patienten und Kollegen. Der Fokus liegt aber bei der Wissensvermittlung an Auszubildende«, so die PTA.

Bereits seit Abschluss ihres Bachelors lehrt sie an einem Tag in der Woche an einer PTA-Schule das Fach »Galenische Übungen«. Lernt sie dabei selbst noch dazu? »Thematisch ist das für mich nicht neu, aber die Fragen meiner Schülerinnen und Schüler sind mitunter anspruchsvoll, da muss ich schon gut überlegen, was und wie ich dann am besten erkläre«, sagt sie. Was ihr manchmal zu schaffen macht: »Zwar sind die meisten Schülerinnen und Schüler motiviert, aber manche zeigen wirklich kein Interesse. Das ist dann schon schwierig, weil man sich fragt, warum sie diese Ausbildung überhaupt machen.«

Nach ihrem Studium möchte sie noch an der PTA-Schule und auf jeden Fall in der Apotheke bleiben und sich dann, was ihre Lehrtätigkeit angeht, nach der für sie spannendsten Aufgabe an Schulen umschauen. »Mit dem Master kann ich an verschiedenen Schulen unterrichten, also auch an öffentlichen Berufsschulen wie PKA-Schulen oder Pflegeschulen. Mit dem Abschluss vergrößert sich auch das Kompetenzspektrum, das ich an einer PTA-Schule abdecken kann.«

Mohr zeigt beispielhaft, was für PTA alles möglich ist – auch dank eines Vorgesetzten, dem am Weiterkommen seiner Mitarbeitenden liegt.

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