PTA-Forum online Avoxa
instagram facebook

Beratung kompakt
-
Entzündungen im Mund vorbeugen

Eine Entzündung der Mundschleimhaut (Stomatitis) ist eine schmerzhafte Angelegenheit und kann dazu führen, dass Patienten nur noch wenig essen. Insbesondere bei Krebspatienten kann das problematisch sein. Eine gute Prophylaxe ist das A und O.
AutorKontaktCaroline Wendt
Datum 06.10.2025  10:00 Uhr

Symptome

  • Rötung und Schwellung der Mundschleimhaut
  • Brennen und teils starke Schmerzen
  • Sprach- und Schluckbeschwerden
  • Einschränkung der Nahrungsaufnahme durch Schmerzen
  • Blutungen, offen Stellen oder Geschwüre
  • Geschmacksstörungen
  • Mundtrockenheit (Xerostomie)

Mögliche Ursachen

  • Infektionen durch Bakterien, Viren oder Pilze
  • Medikamenten- oder Therapienebenwirkungen (wie bei einer Krebstherapie)
  • Eisen- oder Vitaminmangel (wie Vitamin-B)
  • Allergien
  • Hormonelle Veränderungen (wie Schwangerschaft oder Menopause)
  • Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus oder Leukämie
  • Druckstellen oder Verletzungen durch Zahnprothesen oder Zahnspangen
  • Nikotin und Hitze

Nebenwirkung einer Krebstherapie

Antitumorale Therapien – ob Bestrahlung, Chemotherapie oder orale Antikrebstherapie – greifen auch gesunde, sich schnell teilende Zellen an, darunter die der Mundschleimhaut. Besonders bei Bestrahlungen im Kopf-Hals-Bereich entstehen häufig Schäden der Schleimhaut. Die schmerzhaften Entzündungen heilen schlecht ab und können schlimmstenfalls zum Therapieabbruch führen – eine gute Prävention ist daher essenziell.

Vorbeugen durch gute Mundhygiene

  • Weiche Zahnbürste und milde, fluoridhaltige Zahncreme verwenden.
  • Nach jeder Mahlzeit sowie vor dem Schlafengehen gründlich die Zähne putzen.
  • Zahnzwischenräume vorsichtig reinigen; Krebspatienten sollten die gewohnte Technik beibehalten, um Verletzungen durch ungeübte Handgriffe zu vermeiden.
  • Vier bis sechs Mal täglich für jeweils etwa eine Minute den Mund mit Wasser, isotonischer Kochsalzlösung oder mildem Salbeitee spülen.
  • vor Beginn einer Tumorbehandlung: professionelle Zahnreinigung, Glätten scharfer Zahnkanten und Beseitigung von (Prothesen-)Druckstellen
  • tägliche Kontrolle der Mundschleimhaut
  • regelmäßige Zahnarztbesuche
  • Zur Prophylaxe gibt es keine Evidenz für die Anwendung antiseptischer Lösungen und keine generelle Empfehlung für Corticoid-haltige Lösungen.

Mundtrockenheit behandeln

  • tägliche Trinkmenge: 1,5 bis 2 Liter
  • Speichelfluss durch das Kauen fester Nahrung (wie Karotten) oder von zuckerfreien Kaugummis anregen.
  • Lebensmittel mit hohem Wasseranteil wie Gurke, Melone oder Suppe essen.
  • Speichelersatzprodukte – insbesondere zur Nacht – mit Cellulosederivaten (wie GUM® hydral Feuchtigkeitsgel oder -spray), Mucin-haltige Pflanzenextrakte des Santakrauts (wie Saliva® natura Pumpspray), Carageenan aus Meeresalgen (wie Saseem® Mundspray) sowie Hyaluronsäure (wie Gelorevoice®, Isla® Med akut) verwenden.

Risikofaktoren minimieren

  • auf Rauchen und Alkohol verzichten
  • Piercings im Mundraum entfernen
  • sich ausgewogen und nährstoffreich ernähren
  • reizende Nahrungsmittel (scharf, sauer, heiß, trocken, kantig) meiden
  • Ansteckung vorbeugen: kein gemeinsames Besteck verwenden, Hände regelmäßig waschen

Praxistipp für die Chemotherapie

Einige Onkologen empfehlen das Lutschen von Eiswürfeln während der Infusion eines Chemotherapeutikums. Die Idee dahinter: Die Kälte reduziert die Durchblutung, sodass weniger toxische Substanzen in die Schleimhautzellen gelangen. Damit die Eiswürfel keine scharfen Kanten haben, kurz unter heißes Wasser halten. Für mehr Geschmack eignen sich eingefrorene Fruchtkugeln.

TEILEN
Datenschutz

Mehr von Avoxa