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Covid-19-Impfstoffe
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Erste Daten zum Schutz vor Omikron-Infektion

Erste Tests zur Wirkung von Covid-19-Impfstoffen gegen Omikron deuten auf eine schwächere Neutralisationskapazität hin: Die Variante scheint Antikörpern von Geimpften stärker zu entkommen. Was das für Geimpfte und Ungeimpfte bedeutet.
AutorKontaktdpa
Datum 09.12.2021  09:00 Uhr

Was sind die Folgen für Ungeimpfte?

Zwar gibt es aus Südafrika auch Berichte über milde Verläufe. Experten wie der Virologe Drosten gehen aber nicht davon aus, dass es sich bei Omikron um ein harmloses Virus für jene Menschen handelt, deren Immunsystem weder durch Impfung noch durch Infektion auf SARS-CoV-2 vorbereitet ist. Denn in Südafrika gilt ein hoher Anteil der Menschen bereits als genesen. Deutschland ist aus Sicht Drostens mit der Immunität in der Bevölkerung noch nicht so weit, daher mahnt er seit Monaten das Schließen der Impflücken an. Immunologe Watzl hält Ungeimpfte angesichts von Omikron für gefährdet: »Die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich anstecken und schwer erkranken ist mit Omikron deutlich gestiegen!«

Was ist an Omikron so besonders?

Omikron sei die am stärksten von anderen Varianten abweichende Corona-Form, die in der Pandemie in signifikanter Zahl nachgewiesen wurde, hielt die EU-Behörde ECDC Anfang Dezember fest. Bei der Entdeckung waren im Virus-Stammbaum keine direkten Vorläufer bekannt. Einige kritische Mutationen von Omikron sind jedoch von anderen besorgniserregenden Varianten bekannt.

Mit über 30 Mutationen ist besonders das sogenannte Spike-Protein stark verändert, mit dem das Virus menschliche Zellen entert. Die bisherigen Impfstoffe sind jedoch auf das Spike-Protein des ursprünglichen Coronavirus ausgerichtet. Fachleute sprechen bei dem Phänomen von Immunescape (Immunflucht). Den Effekt gibt es auch bei der derzeit in Deutschland dominanten Delta-Variante, aber nicht so stark ausgeprägt.

Wie sehr ist Omikron bisher in Deutschland verbreitet?

Bisher seien ihm hierzulande aus dem Austausch mit Kollegen ungefähr 25 bis 30 Omikron-Fälle bekannt, sagte Drosten am Dienstagabend. Die Zahl sei nicht vollständig und werde rasch zunehmen. »Ich denke, ab Januar werden wir mit Omikron in Deutschland ein Problem haben.« Das Virus scheine extrem verbreitungsfähig zu sein, wenn man sich die teils hohen Infiziertenzahlen nach Veranstaltungen im Ausland anschaue. Bei Omikron sei die »blödeste Kombination« an Eigenschaften zu befürchten: Immunflucht und Fitnessgewinn – also eine Variante, die den Antikörpern von Geimpften und Genesenen besser entkommt und zudem ansteckender ist.

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