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Gefahr bei Insulinpflicht
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Fasten mit Diabetes

Am 18. Februar beginnen sowohl die christliche Fastenzeit als auch der Ramadan. Viele Menschen wählen in dieser Phase bewusst den Verzicht. Vor allem der auf Nahrung kann den Organismus von Diabetikern stressen.
AutorKontaktIsabel Weinert
Datum 18.02.2026  14:00 Uhr

In einer Pressemitteilung weist der »Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD) darauf hin, dass es auf den Diabetestyp und die Therapieform ankommt, ob und welches Fasten möglich sind.  Für Menschen mit Typ-2-Diabetes und ohne Insulintherapie eignen sich laut des Verbands strukturierte Formen wie das 16:8-Modell oder das 5:2-Fasten.

Wichtig sei ein vorsichtiger Einstieg: Zu Beginn sollten Insulin oder blutzuckersenkende Medikamente häufig um 20 bis 30 Prozent reduziert werden. Der Blutzucker sollte mindestens viermal täglich kontrolliert werden, idealerweise mit kontinuierlicher Glukosemessung (CGM), schreibt der VDBD. Auch die Ernährung im Essensfenster spiele eine Rolle. Eiweiß- und ballaststoffreiche Mahlzeiten mit moderatem Kohlenhydratanteil entlasteten den Stoffwechsel und würden helfen, starke Blutzuckerschwankungen zu vermeiden.

»Fasten kann den Stoffwechsel entlasten, aber nur, wenn die Therapie angepasst wird«, so  Theresia Schoppe, Vorstandsmitglied des VDBD. Ohne Beratung sollte aber auch diese Gruppe von Diabetikern nicht mit dem fasten beginnen, denn das Risiko für Unterzuckerungen steige deutlich.

Gefährlich kann das vor allem für die Menschen mit Typ-1-Diabetes werden und für jene Typ-2-Diabetiker, die Insulin spritzen bei verringerter körpereigener Insulinsekretion. Hier reichten bereits kurze Fastenphasen aus, um gefährlich zu unterzuckern oder – im Gegenteil – eine potenziell lebensgefährliche diabetische Azidose zu entwickeln. Das Risiko für schwere Entgleisungen des Stoffwechsels steige drastisch, zeigten Erfahrungen aus dem Ramadan.

Deshalb eignen sich für Diabetiker dieser Gruppen höchstens milde Formen mit kurzen Essenspausen, das Basalinsulin müsse um bis zu 50 Prozent reduziert, der Blutzucker sehr häufig kontrolliert werden. Zusätzlich seien Messungen auf Ketonkörper im Urin angezeigt. Zusätzlich sollten Fastende dringend auf Symptome für erhöhte Ketonwerte achten, wie Übelkeit, Benommenheit oder Müdigkeit, rät der Verband.

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