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»Fliegende Mücken«
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Flecken und Flusen im Blickfeld – ein Grund zur Sorge?

Wenn in der Medizin von »fliegenden Mücken« die Rede ist, geht es nicht um blutsaugende Insekten oder Repellentien. Gemeint sind die kleinen, beweglichen Flecken, Schlieren oder Flusen im Sichtfeld, die bei fast jedem Menschen mehr oder weniger vorhanden sind. Doch durch was werden sie ausgelöst? Sind sie gefährlich? Und was lässt sich dagegen tun? 
AutorKontaktKatja Egermeier
Datum 03.04.2024  10:00 Uhr

Verursacher sind der Stiftung Auge zufolge harmlose Glaskörpertrübungen. Der Glaskörper besteht aus einer geleeartigen Substanz, befindet sich zwischen der Linse und der Netzhaut und nimmt dort etwa zwei Drittel des Auges ein. Er besteht größtenteils aus Wasser (98 Prozent) sowie aus Hyaluronsäure (2 Prozent) und Kollagenfasern – verflüssigt sich jedoch im Laufe des Lebens, während gleichzeitig die Kollagenfasern verklumpen. Bewegen sich diese Strukturen dann innerhalb der Blickachse, werfen sie einen Schatten auf die Netzhaut – und voila: Die auch »Mouches volantes« genannten Fasern werden für uns sichtbar.

»Bei der Glaskörpertrübung handelt es sich um eine weit verbreitete Alterserscheinung«, erklärt Professor Dr. Frank Holz, Vorsitzender der Stiftung Auge und Direktor der Augenklinik an der Universität Bonn. Diese sei zwar etwas lästig, aber in der Regel harmlos. Die zweite gute Nachricht sei: Glaskörpertrübungen haben keinen Einfluss auf die Sehschärfe und werden häufig nur vorübergehend wahrgenommen – dann vor allem beim Blick auf eine helle Oberfläche. Es könne jedoch als störend empfunden werden, dass sich die Verdichtungen mit dem Auge mitbewegen. Doch auch hier sei das Gehirn in der Lage, die Trübungen mit der Zeit auszublenden. Holz: »Glücklicherweise stellt sich oftmals ein Gewöhnungseffekt ein.«

Behandlung von Glaskörpertrübungen

Eine Behandlung ist Holz zufolge meist nicht erforderlich. Für sehr schwere Fälle gebe es jedoch Therapiemöglichkeiten:

  • Die Vitrektomie als operativen Eingriff: Dabei werde der Glaskörper samt »Mücken« entfernt und durch eine Flüssigkeit ersetzt.
  • Bei der sogenannte YAG-Laser-Vitreolyse werden Trübungen mithilfe eines Lasers zerkleinert und die Verdichtungen damit reduziert.

Treten Mouches volantes zum ersten Mal auf, solle ein Augenarzt aufgesucht werden, um mögliche Erkrankungen auszuschließen oder frühzeitig zu erkennen, rät Professor Dr. Gerd Geerling, Mediensprecher der Stiftung Auge und Direktor der Universitäts-Augenklinik Düsseldorf. Das zusätzliche Auftreten von Lichtblitzen könne beispielsweise ein erstes Warnzeichen einer Netzhautablösung sein – eine Erkrankung, die bei frühzeitiger Behandlung sehr gut in den Griff zu kriegen ist. Ein plötzliches Auftreten oder die Verschlechterung einer Glaskörpertrübung sei daher immer ernst zu nehmen.

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