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Kokosmilch, Weizen, Honig & Co.
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FODMAPs als Übeltäter bei Reizdarm und Blähungen

Bei anhaltenden Verdauungsbeschwerden kann es sinnvoll sein, die sogenannten FODMAPs genauer in den Blick zu nehmen. Dahinter verbergen sich bestimmte Kohlenhydrate, die im Darm Beschwerden wie Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall auslösen können – besonders bei Menschen mit Reizdarm. Doch was sind FODMAPs überhaupt und welche Lebensmittel sollte man bei einer Low-FODMAP-Diät möglichst meiden?
AutorKontaktKatja Egermeier
Datum 11.02.2026  16:00 Uhr

Das Akronym FODMAP steht für »Fermentable Oligosaccharides, Disaccharides, Monosaccharides and Polyols«, setzt sich also aus den englischen Anfangsbuchstaben für vergärbare Mehrfachzucker, Einfachzucker und Zuckeralkohole zusammen.

Diese Kohlenhydrate gelangen überwiegend unverdaut in den Dickdarm und werden dort von Bakterien fermentiert. Dabei sammelt sich Wasser im Darm, es entstehen Gase und die Darmflora verändert sich. Menschen mit einem empfindlichen Darm reagieren auf diesen Gärungsprozess häufig mit Beschwerden wie starken Blähungen, Sodbrennen, Übelkeit, Bauchschmerzen oder Durchfall.

Eine FODMAP-Diät kann dazu beitragen, den Darm zu beruhigen und die Lebensqualität deutlich zu verbessern. Auch in der S3-Leitlinie zum Reizdarmsyndrom wird sie als mögliche Therapieoption genannt. Dennoch raten Fachleute davon ab, die Diät auf eigene Faust zu beginnen. So warnt etwa die Krankenkasse AOK davor, dass bei einer zu strengen oder falsch umgesetzten Ernährung wichtige Vitamine und Mikronährstoffe fehlen können – es bestehe die Gefahr einer Mangelernährung. Sinnvoll sei die Low-FODMAP-Diät daher nur für Menschen mit gesichertem Reizdarmsyndrom. Zudem gilt: Nicht alle FODMAPs müssen dauerhaft gemieden werden. Entscheidend ist, die Ernährung nur so stark einzuschränken, wie es im individuellen Fall notwendig ist.

Nahrungsmittel FODMAP-reich FODMAP-arm
Obst Äpfel und Birnen
Nektarinen, Pfirsiche, Aprikosen, Pflaumen, Zwetschgen
Himbeeren, Brombeeren
Wassermelone
Mango und Papaya
Kirschen
Orangensaft
Obstkonserven
Trockenfrüchte
große Mengen Früchte jeder Art
große Mengen Kokosmilch
Bananen
Heidelbeeren, Blaubeeren, Erdbeeren
Grapefruit, Zitronen
Kiwi
Ananas
süße Melonen
Mandarinen, Orangen
Trauben
kleine Mengen Avocado, Trockenfrüchte, Kokosmilch
Gemüse Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Schalotten
Blumenkohl, Rotkohl, Weißkohl, Wirsing, Grünkohl
Mais
Rote Bete
Sauerkraut
Kürbis
Pilze
Spargel, Artischocken, Zuckererbsen
Kopfsalat, Gurke, Rucola, Schnittlauch
Spinat
Karotten
Auberginen
Tomaten
Kartoffeln
Ingwer
Kohlrabi, Knollensellerie, Radieschen
Mangold
Paprika
kleine Portionen Süßkartoffeln, Brokkoli, Rosenkohl, Fenchel
Hülsenfrüchte und Getreide Linsen
Kichererbsen
gekochte Bohnen
Kidney-Bohnen
Weizen
Roggen
Gerste
Dinkel
Tofu
Erdnüsse
kleine Menge grüne Erbsen
Reis
Hafer
Quinoa
Mais
glutenfreie Getreideprodukte
roggen- und gerstenfreies Brot
Milch, Eier, Fleisch und Fisch laktosehaltige Milch und Milchprodukte
Sojamilch aus ganzen Sojabohnen
Pudding, Joghurt, Eis
hartgekochte Eier
fettreiches, paniertes und frittiertes Fleisch und Wurst
marinierte Meeresfrüchte
laktosefreie Milch und Milchprodukte, Pflanzendrinks, Sojamilch nur aus Sojaprotein
Schnittkäse bis 45 % Fett in der Trockenmasse (Brie, Camenbert, Feta, Hartkäse)
weichgekochte Eier
mageres Fleisch und Wurst
Meeresfrüchte
Tempeh
FODMAP-arme und -reiche Lebensmittel im Überblick

Ablauf der Low-FODMAP-Diät

Bei der Low-FODMAP-Diät geht es nicht darum, dauerhaft auf alle FODMAP-haltigen Lebensmittel zu verzichten. Ziel sei es vielmehr, die Darmbeschwerden mit möglichst wenigen Einschränkungen zu lindern, betont die Krankenkasse AOK. Entsprechend gliedert sich die Diät in drei Phasen:

  1. Eliminationsphase
    Über einen Zeitraum von 6 bis 8 Wochen werden alle Lebensmittel gemieden, die FODMAP-reich sind. In dieser Zeit wird beobachtet, ob sich die Beschwerden deutlich bessern.
  2. Test- oder Wiedereinführungsphase
    Verbessern sich die Symptome, werden FODMAP-haltige Lebensmittel schrittweise wieder in den Speiseplan aufgenommen. So lässt sich herausfinden, welche Lebensmittel in welchen Mengen gut vertragen werden. Es wird empfohlen, die Reaktionen in einem Symptomtagebuch festzuhalten.
  3. Langzeiternährung
    Sobald die individuelle Toleranzgrenze bekannt ist, wird die Ernährung entsprechend angepasst. Gemieden werden dann nur noch jene Lebensmittel, die die Reizdarmbeschwerden tatsächlich verstärken. Sie können durch FODMAP-ärmere Alternativen ersetzt werden, um den Speiseplan möglichst ausgewogen zu gestalten.

Gut zu wissen: Süßes ist möglich

Zucker an sich zählt nicht zu den FODMAPs. Deshalb sind Süßigkeiten mit einem hohen Kakaoanteil in der Regel FODMAP-arm und oft gut verträglich. Weniger geeignet sind hingegen Softdrinks mit Zuckeraustauschstoffen sowie Süßwaren, die größere Mengen an Lactose oder Fructose enthalten. Diese zählen neben Zuckeralkoholen wie Sorbit, Xylit oder Maltit sowie bestimmte Mehrfachzucker wie Fruktane und Galaktane zu den typsichen FODMAP-Substanzen.

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