| Katja Egermeier |
| 20.02.2026 08:00 Uhr |
»Functional Sweets« sind Süßigkeiten, denen gezielt Inhaltsstoffe wie Calcium oder Magnesium zugesetzt werden. / © Getty Images/VogelSP
Funktionelle Süßigkeiten sind etwa Müsliriegel, die mit Ballaststoffen, Protein oder Koffein angereichert sind, oder Gummibärchen mit Magnesium, Calcium oder Vitamin D. Teilweise würden auch Kräuter, Vitamine, Mineralien, Kollagen oder Pflanzenextrakte zugesetzt, so das BZfE. »Den Süßwaren wurden also gezielt Inhaltsstoffe zugesetzt, die über den reinen Genuss hinaus zusätzlichen Nutzen für die Gesundheit versprechen«, so das BZfE.
Dr. Birgit Jähnig vom BZfE findet auf die Frage der Sinnhaftigkeit und den Effekt solcher Süßigkeiten klare Worte: »Funktionelle Süßigkeiten liefern keinen echten gesundheitlichen Mehrwert.« Trotz zugesetzter, als positiv bewerteter Inhaltsstoffe enthielten die Produkte meist viel Fett und Zucker – und wiesen damit eine unausgewogene Nährstoffbilanz auf. »Funktionelle Süßigkeiten sind immer noch Süßigkeiten und liefern keinen Beitrag zu einer gesunden Ernährung«, so Jähnig. Wer sich ausgewogen ernährt, benötige die Zusätze in den Süßwaren nicht.
Sinnvoller sei es, den Zuckergehalt in Lebensmitteln sukzessive zu senken, erklärte Professorin Dr. Andrea Maier-Nöth von der Hochschule in Albstadt-Sigmaringen in einem Vortrag auf der Süßwarenmesse. Kinder lernten durch Erfahrung, was ihnen schmeckt und gewöhnten sich bei häufigem Verzehr sehr süßer Speisen an ein entsprechend hohes Süßniveau. Werde der Zuckergehalt jedoch nach und nach reduziert, gewöhne sich auch der Geschmacksinn allmählich an weniger Süßes. Maier-Nöth: »So lässt sich langfristig die Vorliebe für Süßes verringern – mit positiven Effekten auf Ernährungsverhalten und Gesundheit.«