Je eher die Fußpilztherapie beginnt, desto schneller bekommen Betroffene ihre Beschwerden in den Griff und senken gleichzeitig die Gefahr für Folgekomplikationen. Für die Selbstmedikation stehen verschiedene Wirkstoffgruppen und Darreichungsformen zur topischen Anwendung zur Verfügung. Grundsätzlich unterscheiden sich Antimykotika durch ihre fungizide beziehungsweise fungistatische Wirkung. Fungistatisch wirksame Substanzen hemmen lediglich die Vermehrung der Pilze, Fungizide töten die Erreger ab.
Die Gruppe der Azol-Antimykotika, zu denen beispielsweise Clotrimazol (zum Beispiel Clotrimazol AL), Bifonazol (zum Beispiel Canesten® extra), Ketoconazol (zum Beispiel Nizoral®), Miconazol (zum Beispiel Miconazol acis), Sertaconazol (zum Beispiel Mykosert®) sowie Econazol (zum Beispiel Epi Pevaryl®) gehören, hemmen die Biosynthese von Ergosterol, einem essenziellen Bestandteil der Pilzzellmembran. Der Pilz kann sich nicht weiter fortpflanzen und wird über den normalen Hauterneuerungsprozess entfernt. Das dauert normalerweise zwei bis vier Wochen. Genauso lange sollte also die Therapie mit Azol-haltigen Präparaten erfolgen, wobei jeweils die Gebrauchsinformation zu beachten ist.
Wichtig in der Beratung: Auch wenn Symptome wie Rötung der Haut, Juckreiz oder Brennen, nach wenigen Behandlungstagen nachlassen oder sogar verschwinden, sollte der Betroffene unbedingt weiter cremen oder sprayen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Infektion wieder aufflammt und sich Resistenzen gegen den verwendeten Wirkstoff entwickeln.
Allylamine wie Terbinafin (zum Beispiel Lamisil®) oder Naftifin (zum Beispiel Exoderil®) greifen ebenfalls in den Aufbau der Pilzzellmembran ein, allerdings auf andere Weise. Sie inaktivieren ein Enzym (Squalenepoxidase), das die Synthese von Ergosterol aus dem toxischen Zwischenprodukt Squalen katalysiert. So kommt es zu einer Vergiftung der Pilzzelle – sie stirbt ab. Bei Terbinafin reichen bereits niedrige Konzentrationen aus, um die Wirkung zu erzielen, was die kurze Behandlungsdauer von sieben Tagen bei Tinea pedis interdigitalis erklärt. Zudem kann ein Depoteffekt genutzt werden. Das äußerst lipophile Fungizid bleibt circa eine Woche nach der letzten Anwendung in der Hornschicht der Haut. Bei der Einmaltherapie bildet sich ein bioadhäsiver Film, der für eine starke Penetration von Terbinafin in die Haut sorgt. Nach dem Auftragen der Terbinafin-Lösung wird empfohlen, den Bereich 24 Stunden nicht zu waschen.
Das Antimykotikum Ciclopirox-Olamin (zum Beispiel Selergo®) greift nicht in die Ergosterol-Synthese ein. Die Substanz reichert sich in der Pilzzelle an und bindet irreversibel an verschiedene Strukturen und Organellen. Die antimykotische Wirkung kommt über verschiedene Mechanismen zustande, zum Beispiel die Chelat-Bildung mit polyvalenten Metall-Kationen, was die Funktion metallabhängiger Enzyme in der Pilzzelle unterdrückt. Zudem wird die Energieproduktion durch Hemmung von Cytochromen gestört. Die Behandlung soll nach Abklingen der Hauterscheinungen, was in der Regel etwa zwei Wochen dauert, noch ein bis zwei Wochen fortgesetzt werden.
Das Morpholinderivat Amorolfin (zum Beispiel Loceryl® Creme) greift wiederum in die Ergosterol-Synthese der Pilzzellmembran ein. Die Behandlung soll in der Regel nicht kürzer als zwei Wochen und nicht länger als sechs Wochen dauern. Nach der klinischen Heilung sollte noch einige Tage weiter behandelt werden.