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Geschlecht und Gender in Covid-19-Studien selten berücksichtigt

Frauen und Männer reagieren unterschiedlich auf eine SARS-CoV-2-Infektion, zum Beispiel, wenn man die Krankheitsschwere oder die Todesfälle betrachtet. Dies könnte auch bei der Therapie eine Rolle spielen. Geschlecht und Gender werden jedoch nur selten in klinischen Studien berücksichtigt, wie eine am Dienstag veröffentlichte internationale Analyse unter Beteiligung der Universität Bielefeld feststellt.
Autordpa/PTA-Forum
Datum 09.07.2021  10:30 Uhr

Möglicher Grund: Zeitdruck

Ein möglicher Grund für die Vernachlässigung von Daten zu Geschlecht und Gender sei der hohe Zeitdruck. Manche Forschenden gingen davon aus, dass die Zusammenstellung der Untersuchungsgruppe länger dauere, wenn Geschlechtsunterschiede berücksichtigt werden sollen. »Insbesondere in der frühen Phase der Pandemie haben sie unter hohem Zeitdruck gearbeitet«, so Prof. Oertelt-Prigione.

Dr. Emer Brady, Erstautorin der Studie und angestellt an der Universität Aarhus (Dänemark), ergänzt: »In Bezug auf den Zeitdruck haben wir gehofft, dass mit dem Fortschreiten der Pandemie auch das Bewusstsein wachsen würde, wie Geschlecht und Gender mit der Erkrankung zusammenhängen. Wir sind davon ausgegangen, dass im Verlauf der Pandemie zunehmend mehr Studienprotokolle mit dem Fokus Geschlecht und Gender auf ClinicalTrials.gov registriert werden. Leider war das nicht der Fall. Wir haben auch die publizierten Forschungsartikel zu klinischen Studien analysiert. Die Aufmerksamkeit für das Thema Geschlecht und Gender war hier stärker. Trotzdem wurde dieser Aspekt nur in einem Fünftel der publizierten Studien erfasst oder in der Analyse erwähnt.«

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