PTA-Forum online Avoxa
instagram facebook

Dermaplaning
-
Gesichtsrasur bei Frauen birgt Vorteile – und viele Risiken

Weg mit den Härchen auf Wangen, Stirn und Kinn: Ein weiterer Social-Media-Trend verspricht strahlende Haut durch eine Gesichtsrasur. Was hinter dem Phänomen steckt und was der Griff zum Rasierer bringt – oder ob er schadet.
AutorKontaktdpa
Datum 09.09.2024  16:00 Uhr
Sorgt die Gesichtsrasur für eine schnelle Regeneration?

Sorgt die Gesichtsrasur für eine schnelle Regeneration?

Kosmetik-Influencer versprechen auch, dass die Gesichtsrasur die Regeneration der Haut ankurbelt und sich die Zellen rasch erneuern. Wie Adler erläutert, hat die Entfernung der Härchen diesen Effekt aber nicht. »Wenn man die tote Hornschicht oben abträgt, merken die Zellen der lebendigen Schicht überhaupt nicht, dass das da oben passiert ist, und deshalb gibt es auch keinen Einfluss auf die Regeneration der Haut.« Auch die Haarwurzeln seien nicht betroffen, »wenn draußen der tote Hornfaden gekappt wird. Sie wachsen dann nicht schneller nach.«

Die Regenerationszeit der Oberhaut, während der die Zellen von der Basalzellschicht bis in die obere Hornschicht wanderten, liege bei etwa vier bis sechs Wochen, erklärt Ohnemus. Trage man die obere Hornschicht ab, werde der Prozess »nicht unbedingt beschleunigt, aber man hat die oberen Hornzellen abgelöst, was zu einer gewissen Glättung führt«.

Wirken Pflegeprodukte nach einer Gesichtsrasur stärker ein?

Dass Pflegeprodukte nach einer Rasur besser wirken könnten, sei richtig, sind sich Adler und Ohnemus einig. »Wenn man die obere Hautschicht ausdünnt, ist es in der Tat so, dass Wirkstoffe aus Pflegeprodukten näher an die tieferen Zelllagen der Oberhaut herankommen«, sagt Adler. Die »Penetration von bestimmten Stoffen wird durch die Schädigung der Barrierefunktion beschleunigt«, erklärt auch Ohnemus.

Allerdings bestehe die Gefahr, dass Pflegeprodukte Reizungen hervorriefen. Vor allem dann, wenn bereits Unverträglichkeiten vorhanden sind oder das Gesicht trocken oder sensibel ist. »Diese Substanzen können plötzlich die Immunzellen in der Oberhaut erreichen, diese sensibilisieren. Diese Zellen gehen dann zu den Lymphknotenstationen und aktivieren das Immunsystem.« Mitunter komme es zur Entwicklung von Kontaktallergien mit Rötungen, Entzündungen, Pickelchen, Bläschen und Juckreiz.

Vorsicht vor Hautpflege-Trends

Teil des Dermaplaning ist häufig auch, für die Rasur Trockenshampoo zu verwenden. Sinnvoll sei das allerdings nicht – im Gegenteil, meint Adler. »Es gibt keinen medizinischen Nutzen, das Trockenshampoo zu verwenden, außer, dass es cool aussieht.« Das Mittel für die Haare »bindet Öl und trocknet aus, enthält Silikone, Konservierungsmittel, Lösungsmittel, Alkohol und Allergene und mitunter krebserregende Duftstoffe«, erläutert die Ärztin. Für die zarte Gesichtshaut sei Trockenshampoo »definitiv zu aggressiv und kann sogar auch noch die Poren verstopfen«.

Die Dermatologin sieht Trends wie Dermaplaning allgemein skeptisch. »Ganz viele Social-Media-Trends werden nachgemacht, in der Hoffnung, dass sie irgendwas bringen. Man nutzt da viele Produkte, man nutzt Verfahren, man gibt Geld aus und wenn man Glück hat, entsteht kein Schaden.« Mit etwas Pech bekomme man jedoch »eine Kontaktallergie, eine Entzündung oder eine Reizung und man hat Geld verloren.«

TEILEN
Datenschutz
THEMEN
Pickel

Mehr von Avoxa