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Kaiserschnitt
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Gesundes Mikrobiom durch Stillen

Das Mikrobiom, das bei einer natürlichen Geburt von der Mutter auf das Kind übertragen wird, spielt für die Gesundheit eine herausragende Rolle. Bleibt dieser wichtige Vorgang bei einem Kaiserschnitt aus, können alternative Übertragungswege das Defizit ausgleichen.
AutorKontaktWiebke Gaaz
Datum 30.03.2023  08:00 Uhr

Niederländische Forscher aus Utrecht gingen der Frage nach, inwieweit das charakteristische Mikrobiom von Haut, Muttermilch und weiteren Körperregionen der Mutter zur Besiedelung des Säuglings beiträgt. Hierfür analysierten sie Mikrobiomproben von 120 Mutter-Kind-Paaren kurz vor und bis zu einem Monat nach der Geburt.

Im Durchschnitt stammen 58,5 Prozent des Mikrobioms bei Säuglingen von der Mutter. Allerdings stellten die Forschenden fest, dass die Darmflora von Kaiserschnittkindern zu einem höheren Anteil aus wichtigen Mikroben der Muttermilch zusammengesetzt ist. Das ist bei vaginal entbundenen Kindern nicht der Fall. Die Studienautoren schreiben, dass das Stillen nach einer Kaiserschnittgeburt deshalb besonders wichtig sei. Die Daten deuten darauf hin, dass die Kinder unabhängig von der Art der Geburt die wichtigen Mikroben von der Mutter erhalten.

Anhand bisheriger Studien ging man davon aus, dass per Kaiserschnitt zur Welt gebrachte Kinder ein Defizit an mütterlichen Mikroben aufweisen, da sie nicht mit den Mikroorganismen aus dem Vaginalsekret in Kontakt kommen. Um diesen Verlust auszugleichen, wurde die Methode des »vaginal seedings«, bei dem mütterliches Mikrobiom nachträglich äußerlich aufgebracht wird, in den vergangenen Jahren untersucht und diskutiert. 

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